Donnerstag, 13. Februar 2014

Der Fall Edathy

Ich maße mir nicht an, irgendeine weitergehende Beurteilung über diesen Fall anzustellen. Aber ich habe eine genaue Vorstellung davon, wie der bisher veröffentlichte Sachverhalt in mein Wertesystem passt.

Gar nicht.

Ich frage mich: warum hat einer Nacktfotos, um genau zu sein: Videos und Fotos von nackten Kindern, die in einer bestimmten Art und Weise posieren,  auf seinem Rechner? Wohlgemerkt: gekaufte Dateien!
Ganz ehrlich? Gibt es dafür eine moralisch, ethisch schlüssige Begründung? Lassen sie mal die Badewannenbilder und die Urlaubsvideos vom Strand ihrer eigenen Kinder außen vor. Solche Dateien waren es gewiss nicht, vor allem, weil Herr Edathy keine eigenen Kinder hat. Wahrscheinlich werden Edathy oder seine Anwälte uns irgendwann erzählen, es habe sich um "Kunst" gehandelt. Na klar. Die kaufe ich auch am liebsten bei meinem Pornohändler ...

Mir ist es egal, ob auf diesen Dateien sexuelle Handlungen vorgenommen wurden, um den Tatbestand der Kinderpornografie zu erreichen, oder ob sie nur als W****Vorlage dienten. Für mich reicht dieses eine Indiz, nämlich das es sich um nackte, posierende (!) Kinder handelte, aus, um mir meine Meinung über diesen Herrn zu bilden. Herr Edathy mag sich da noch auf regulärem gesetzlichen Wegen bewegen. Für mich als Mutter ist das ein absolutes NO GO!

Ich frage mich schon, warum finden die Ermittler zerstörte Festplatten und warum fehlen da einige Computer?  Wer erzählt da in den oberen Etagen wem was? Und nachher hats wieder keiner gewusst, oder es war niemand. Jedenfalls keiner, der verantwortlich sein will.

Vorverurteilungen sind Mist. Aber glaube ich wirklich, eine Staatsanwaltschaft macht so einen Mann zum Gegenstand ihrer Ermittlungen, ohne hinreichenden Tatverdacht auf der einen, und bestimmten Erfahrungswerten auf der anderen Seite? Soviel Vertrauen habe ich schon noch in unsere Justiz und glaube, das da Leute arbeiten, die im Falle von Ermittlungen gegen bekannte Persönlichkeiten dreimal überlegen, mit welchem Hintern sie sich ins Ameisennest setzen.

Nein. Ich glaube, da hat einer rechtzeitig was gesteckt gekriegt. Und die harmloseren seiner Dateien liegen lassen. Damit noch was zu finden ist, und die Manipulationen nicht gleich auffallen. Das ist das, was ich darüber denke. Hoffen wir, dass die Gerichtsbarkeit die Wahrheit herausfindet.

Liebe Grüße, Sia

Freitag, 7. Februar 2014

Veganes Leben

Ich beschäftige mich derzeit intensiv mit veganer Lebensweise.

Vegan bedeutet, alles Tierische aus seinem "Verbrauchsleben" zu streichen.  Das betrifft das ganze Leben, nicht nur das essen.
Auf der Ernährungsebene wird alles vermieden, was vom Tier kommt. Honig, Milch, Fleisch - nichts mehr. Je mehr man sich damit befasst, um so weniger darf man zu sich nehmen. Wein? Nein. Ist nicht automatisch vegan. Klärprozesse in der Produktion werden mit tierischem Material durchgeführt, also nicht vegan. Essig? Nein. Nicht automatisch vegan, siehe Wein. Senf? Nein, nicht automatisch vegan, siehe Essig. Semmelbrösel? Nur dann vegan, wenn die Grundsubstanz ohne Ei hergestellt wurde. Das Leben wird kompliziert, wenn man sich rein pflanzlich ernähren möchte und auch Produktionsprozesse unter Zuhilfenahme tierischer Produkte ablehnt. Mal eben im Supermarkt ein paar Dinge in den Wagen schmeißen, kann man vergessen. Man muss sehr genau auf das Etikett schauen.
Auf allen anderen Ebenen ist es ähnlich. Vergessen Sie Lederschuhe, Schafwollsocken und Angorapullis. Schmeißen Sie ihre (konventionelle) Kosmetika in den Mülleimer und überlegen Sie, ob das Regal an ihrer Wand aus veganer Herstellung stammen kann. Wer beim Schreiner in bester Absicht ein gutes nachhaltiges Möbel bestellt hat, hat möglicherweise ein Möbel mit Knochenleim im Zimmer stehen - das ist nicht vegan. Taschenbücher übrigens auch nicht. Werden auch mit Leim tierischen Ursprungs verklebt. Bei Hardcovern ist die Verwendung tierischer Produkte auch nicht auszuschließen. Medikamente? Können Sie vergessen. Nicht vegan.
Auto? Na klar gibts Autos ohne Leder. Aber was ist mit Schmierstoffen, die unter der Produktion verwendet wurden? Sind die synthetisch oder tierischen Ursprungs? Das Gleiche gilt für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Sind die vegan? Und vor allem: ist die Nutzung von Erdöl und seinen weiteren Produkten überhaupt vegan? Letztlich sind ne Menge Viecher dafür gestorben ...

Bei allem, was mir an Auswüchsen über veganes Leben im Internet begegnet ist, ist es eine Lebensweise über deren Grundlagen man nachdenken sollte.  Es ist eine Lebensweise, die mit moralisch-ethischen Werten arbeitet, die die Menschheit haben sollte. Es ist abartig und widerwärtig,  wie Massentierhaltung abläuft, das muss man, glaube ich, nicht weiter in Abrede stellen.

In meiner Welt nähere ich mich manchen Dingen über den Kochtopf. Ich probiere gern neue Rezepte aus, unabhängig davon, ob es eine "fundamentalistische" Lebenseinstellung beinhaltet, oder nicht. Zu wissen, dass man leckere Bratlinge mit wenig Aufwand ohne tierische Produkte herstellen kann, ist für mich einfach eine Frage von Vielfalt in der Küche. Ich nenne sie allerdings nicht Frikadellen oder Buletten. Der Hang, mancher veganer Köche, alles "in Fleisch" auszudrücken, nervt mich einfach. Wenn ich vegan esse, dann weiß ich was ich tue. Und brauche keine fleischhaltige Bezeichnung à la "veganes Mett". Mett ist nicht vegan. Punkt.

Meine Entscheidung, nicht vegan zu leben, wird von vielen Dingen beeinflusst. Unter anderem spielt auch die Überlegung eine Rolle, unter welchen Dingen die ganzen Ersatzprodukte hergestellt werden. Sind Schuhe aus Kunstleder eine Umweltsauerei? Ist die Herstellung von Kunstfasern nicht ähnlich wasserfeindlich, wie die Haltung von Nutztieren? Ist die Kinderarbeit in den Baumwollplantagen endlich eingedämmt? Und wie hoch ist der Wasserverbrauch bei diesen endlosen Feldern? Ähnlich, wie bei den Bananenplantagen?
Wenn ich Rezepte sehe, die Kakao, Cashews oder andere, nicht heimische Nussarten betreffen, kann ich diese Dinge zu mir nehmen, ohne Kinderarbeit in den Produktionsländern zu unterstützen?

Letztlich komme ich für mich zu dem Schluss, dass veganes Leben eine Form der Luxus-Ernährung ist. Eine Lebensform, die von Menschen umgesetzt wird, die es sich finanziell leisten können, alles im Bioladen einzukaufen. Ich habe bei all meinen Recherchen keine Hartz IV - Bezieher, Facharbeiter oder Verkäuferinnen mit Kindern gefunden, die sich mit dieser Lebensart identifizieren mochten.
Solange wir für Lebensmittel nicht das bezahlen, was sie letztlich in menschen - und tierwürdigen Produktionen kosten würden, solange ist die Diskussion um die "bessere" Ernährung und Lebensweise eine fruchtlose. Ich werde bleiben was ich bin - aber vielleicht doch noch etwas mehr auf die Nachhaltigkeit meiner Lebensmittel achten.

Herzliche Grüße, Sia

Mittwoch, 5. Februar 2014

Ach, Alice!

War das wirklich nötig? Dich selbst so ins moralische Aus zu katapultieren?

Wenn man ein Konto in der Schweiz anlegen möchte, dann kann man das selbstverständlich tun. Und es ist verständlich, wenn man als öffentliche und sehr streitbare Person meint, ein "Notgroschen" im Ausland sei notwendig, weil die politische Diskussions-Unkultur des Heimatlandes einen möglicherweise dazu zwingt, dieses Land zu verlassen. All das kann ich verstehen und nachvollziehen. Auch wenn ich es -mit Verlaub- ein wenig hochgehängt finde.

Aber weil das Konto im Ausland ist, hat der eigene Staat im Normalfall keinen Zugriff darauf, kann es also nicht einfach mal eben so sperren. Der Notgroschen bleibt also unangetastet. Lediglich der Anzeige des Kontos beim deutschen Finanzamt hätte es also bedurft, um entspannt dem Steuerbescheid entgegenzusehen. Du hättest deinen Notgroschen in der Schweiz gehabt. Du hättest dich mit der dir eigenen Verve in Deutschland den Diskussionen stellen können, unabhängig davon, wie sich das politische Klima entwickelt - immer mit dem Bewusstsein, der Notgroschen liegt in der Schweiz sicher.
Sag mir, wieviele Frauen hätten von deiner, dem Verdienst und Vermögen angemessenen Steuer partizipieren können, weil eine frauenpolitisch sinnvolle Maßnahme hätte weiterlaufen können? Wieviele Frauenhäuser wären von deiner ehrlichen Steuerabgabe unterstützt worden? Wieviele Frauenprojekte, die auf öffentliche Förderungen angewiesen sind, hätten von deiner Steuer profitieren können?

Sag Alice, war das wirklich nötig?

PS: mir geht diese Rumjeimelei der Steuersünder-Prominenz unendlich auf die Eierstöcke. Gebt es doch einfach zu: ihr habt "Keinen Fehler" gemacht, wie ihr uns mit tränenverhangenen Stimmen weismachen wollt.  Ihr habts einfach versucht, und zwar im vollen Bewusstsein dessen, was ihr da tut. Und jetzt geht euch der Arsch auf Grundeis, weil ihr mit den kleinen silbernen Scheiben nicht gerechnet habt. Ich will diese auf Absolution hoffende Rumheulerei einfach nicht mehr hören.