Montag, 31. Dezember 2012

Silvester 2012

Ich habe lange überlegt und festgestellt, dass ich heute einfach keine Lust habe, was "Richtiges" zu schreiben. Keine kurze Geschichte, keine Fortsetzung - nichts. Tut mir leid für Sie, wenn Sie hier in der Erwartung vorbeigeschaut haben, heute hier etwas Entsprechendes zu finden.

Keine Lust ist übrigens nicht so richtig stimmig. Sagen wir so: Ich hätte schon Lust auf Schreiberei, allerdings werden meine diesbezüglichen Ambitionen gerade von anderen kreativen Schüben überlagert. In Kürze steht ein Harry-Potter-Event an, für den es einige Vorbereitungen zu treffen gibt. Und wie immer bei solchen Projekten, zieht eine schräge Idee die nächste nach sich. Das Ende vom Lied ist, dass so ein Projekt aufwändiger wird, als zunächst gedacht.

Meine aktuelle Frage in diesem Zusammenhang ist: "Wie kann ich einen Drachen für das Trimagische Turnier bauen?" Ich überlege noch, ob ich die Fledermaus von Halloween umbauen kann, oder ob ich mich traue, eine Drachenkonstruktion zu beginnen. Wir werden sehen.
Dazu kommt, dass wir gestern Abend den dritten Teil der "Herr der Ringe" gesehen haben und ich mal wieder völlig geflasht von den Kostümen bin.

Irgendwann ist eines dieser wahnsinnigen Kleider meins, will heißen: ich nähe mir so eins. Und ich trage es dann zum nächsten MA-Fest, egal ob das Kleid "A" (wie authentisch) oder nicht ist.

Ich wünsche Ihnen fürs nächste Jahr einfach das Beste von allem. Feiern Sie gut gelaunt, gelassen und mit sehr viel Spass ins nächste Jahr. Möge die Macht mit Ihnen sein!

Ihre Sia

Sonntag, 30. Dezember 2012

Kein Rückblick auf 2012

Ärger, Schreiblust + Frust, Platzhalter und das neue Jahr ... möchten Sie wirklich lesen, was ich über das (fast) vergangene Jahr denke?

Das war die zentrale Frage, die ich mir heute morgen gestellt habe. Und dann, gleich danach die Fragestellung an mich selbst: möchte ich Ihnen erzählen, was ich über das (fast) vergangene Jahr denke?

Und in beiden Fällen lautet die Antwort: Nein.

Sie haben mit Ihrem Jahr genug zu tun, da müssen Sie sich nicht noch meines antun ... Also, belassen wir es diesmal dabei. Ich werde keinen Rückblick schreiben, und noch viel besser, auch keine Aussichten auf das neue Jahr eröffnen. Das können von mir aus andere tun. Und Sie wissen selbst am Besten, was Sie sich für das neue Jahr erhoffen.

Ich werde mich mit einem Kaffee an meinen Rechner setzen und sehen, was ich noch in diesem Jahr so zusammenschreiben kann. Vielleicht, ganz vielleicht können Sie morgen als Jahresabschluss etwas davon lesen.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Samstag, 29. Dezember 2012

Die Irren sind los.

Boah, ich kann nicht mehr. Manchmal geht es echt nicht.

Wenn man sich nur lang genug auf Amazon herumtreibt, dann kommen sie einem unweigerlich in die Quere: die Irren.

Es gibt sie unter den Autoren, unter den Rezensenten und sogar unter den Käufern (anders lässt sich der eine oder andere Bucherfolg nicht erklären ...)

Bei den Rezensenten wurde ich gestern auf einige aufmerksam gemacht, die ihre 1-Sterne-Rezensionen nur mit Copy&Paste einreichen. Da gibt es aktuell eine Rezensentin, die am 28. Dezember sage und schreibe 16. In Worten: Sechzehn! Rezensionen abgegeben hat.
Okay, mit C+P isses einfach. Wollen Sie mal lesen, wie fundiert die Rezensionen sind? Bitteschön:

Zitiert von Amazon.de:
"Was nix kostet, ist meist leider auch nicht so dolle...
Nun ja, da kann ich dann leider auch nur einen Stern geben."

Update 30.12.2012: Die Bücherrezensionen sind entfernt worden. Da hat sich wohl jemand beschwert und bei Amazon hat sich tatsächlich jemand gerührt ...

Oder diese Dame (Klick), mit 17 (!) Rezensionen, alle vom 22.12.2012 
"Das hat mir garnicht gefallen. Habe nur den Anfang gelesen. Das war gar nix für mich. Also war es nicht ok"

Tja. Da sollte man dann wohl mal das Genre wechseln ....


(Aber bei C+P Rezensionen hat Amazon ja ein Auge drauf. Genauso, wie bei den ganzen Jubel-Rezis. Oder wenn man jemand kennen könnte, der einen kennt, der eine Rezension geschrieben hat. Wenn man als Autor mit demjenigen in einer Straße wohnt, wird per Datenbankabgleich festgestellt, dass das eine Fake-Rezension sein muss und die wird dann gelöscht. Jedenfalls wenn sie positiv gewesen sein sollte...)

Und dann so mancher Autor/ Autorin.
Ich konnte gestern nicht mehr. Ich habe vor dem Bildschirm gesessen und nur noch stumm entsetzt den Kopf geschüttelt:
"Lina Leb 1, feuchtes Verlangen."! 
Für so einen Buchtitel muss man schon echt gut drauf sein. Aber was solls. Titelfindung ist ja wirklich schwer und man soll sich ja nicht von Vorurteilen leiten lassen. Also schauen wir doch mal in die Leseprobe. 
Beim einlesen bin ich in herzhaftes Lachen ausgebrochen. Ich habe vorsichtshalber nochmal nachgeschaut. Nein, ich war nicht in "Humor" gelandet, sondern wirklich und wahrhaftig in der Sparte "Liebesromane".

Auf der ersten Seite:" Stumme Tränen krochen über Linas Gesicht ... "
(Ich habs meinem Mann vorgelesen, dem der gleiche Gedanke wie mir kam: Nacktschnecken.
Die arme Sau (Protagonistin) sitzt bei der Beerdigung ihres Mannes in der Kirche und ihr schleimen Nacktschecken über die Wangen.)
"Kräftige Stimmen, die tief (!) in die Seelen der Trauergäste vordringen, Anwälte, die sich die Lippen blutig kauen, bis der Blutgeschmack den überbordenen Schmerz vertreibt ... Andere zwickten sich in den Handrücken oder ließen ihren Geist in weite Ferne schweifen... "

Ich brech zusammen. Wie gut dass der Roman erst ab 18 ist ...

Okay, bevor ich mich hier vergercke oder der Platzhalterei beschuldigt werde, möchte ich betonen, dass die blau gekennzeichneten Sätze nicht von mir, sondern von Frau Julia Fessel stammen. Will sagen: Ich möchte nicht nur ausdrücklich auf die Autorenschaft der Dame hinweisen, ich möchte mich auch von diesen Sätzen distanzieren.

Mich treibt der (derzeit aktuelle)  Rang 12 (!!!!)  eines solchen Machwerkes in Amazon unter Liebesromanen dazu, mir die Lippen blutig zu beißen. Vielleicht hilft mir der Blutgeschmack, diesem überbordenen Schmerz zu entkommen ...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Freitag, 28. Dezember 2012

Die Folgen von X-Mas ... und nochn Update

sind meist kneifende Hosen, zuviele Lebensmittel im Kühlschrank und das "aufarbeiten" der Geschenke(Flut).
Bei uns ist das nicht anders. Wir haben uns in den vergangenen Festtagen vor allem dem "abarbeiten" der verschiedenen Gesellschaftsspiele gewidmet, die unter dem Tannenbaum lagen.

Vorgestern haben wir Monopoly gespielt. Wer hat gewonnen? Der große Mann.
Gestern  haben wir erst "gesiedlert", d.h. wir haben die Siedler von Catan gespielt. Mit der Seefahrer-Erweiterung. Und wer hat gewonnen? Klar. Der Papa.
Dann wieder eine Runde Monopoly. Erneut wurden Frau und Kind in den Ruin getrieben und besiegt. Aber dann die Revanche: wahrscheinlich das erste und einzige Mal im Leben, dass ich bei Monopoly gewonnen habe.  Ich werde mir den Tag rot im Kalender anstreichen.

Ansonsten könnten diese Tage mit Besinnlichkeit, Stollen und Plätzchen angefüllt bleiben, wären da nicht die unbilligen Härten des Alltags, die sich dann und wann melden: die Wäschekörbe voll. Die Flickwäsche schreit einen an, jedesmal, wenn man an dem ohnehin schon versteckten Korb vorübergeht. Das Haus verdreckt auch während der Feiertage. Die Rechnungen für den Januar stapeln sich.

Und dann auch noch Post von den Weight Watchers. Als ob man es nicht selber wüsste ...

Es ist heute der letzte Freitag im Jahr 2012. Genießen Sie ihn!

Liebe Grüße, Ihre Sia

P.S. Nochn Update: darf Frau Gercke das Buch jetzt doch noch verkaufen, oder wie muss ich das verstehen: Amazon.com

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Update, Selbstdemontage

Das Video, das Frau Gercke am 23.12.2012 auf ihrer Website veröffentlicht hat und in dem sie versucht hat, ihre Handlungsweise zu erläutern, ist entfernt worden.

Wie man sich selbst demontiert.

Eigentlich wollte ich das Kapitel "Martina Gerke" für mich wirklich abschließen.

Es hat mich so enttäuscht, dass sich eine erfolgreiche S-P Autorin in ein solches Desaster manövriert hat. Das an sich war für mich wirklich ein Tiefschlag. Ich konnte/wollte es lange nicht glauben.

Die ersten Erklärungsversuche waren schon schwach. Dann wochenlang Funkstille.

Das hat gut getan, weil man annehmen konnte, dass die Anwälte im Hintergrund arbeiten und sich Frau Gercke wohl überlegt, ob und wie sie zukünftig wieder in die Öffentlichkeit tritt.

Und dann das.
Erst diese unsägliche Stellungnahme, und jetzt auch noch die Aussage von Hr. Dresen auf Buchmarkt.de, dass er noch nichts von einer Einigung weiß. Selbst wenn der Anwalt von Frau Gercke alle Änderungen übernommen hat, die Herr Dresen eingefügt hat, selbst wenn das Papier schon auf dem Postweg zur Gegenseite ist - - -  Eine Einigung verkündet man doch erst, wenn man das Ding unterschrieben zurück und damit in trockenen Tüchern hat.

So professionell sie ihr Eigen - Marketing betrieben hat, so unprofessionell agiert sie jetzt. Eine derartige Selbst-Demontage hat Herr von und zu G. auch hingelegt. Warum nur tut sie sich das an? Warum nicht einfach mal die Füße still halten?

Mein Mann und ich predigen es unserem Kind oft genug, wenn etwas spannendes neues in unseren Alltag geplatzt ist: Finger weg und warten.

Liebe Martina, bitte hör auf damit, mit unausgegorenen Informationen an die Öffentlichkeit zu gehen. Du tust dir nichts Gutes damit. Wirklich nicht. Du wirst Hohn und Spott ernten, bei denen, denen du mit der gesamten Posse so fürchterlich auf die Füße getreten bist.
Die, die dir noch immer die Stange halten, werden das sicher auch weiter tun.
Es sei dir gegönnt. Wirklich.
Aber sie werden nicht die aufwiegen können, die sich abwenden, weil sie sich erneut von dir hinters Licht geführt fühlen.

Liebe Grüße, Sia

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Hexenhaus und anderes zum Fest

Bei uns ist rechtzeitig zum Festtag noch ein Paket eingetroffen:




Da haben die Großeltern wieder fleißig gebaut. Wenn ich ehrlich bin, dann sieht es derzeit schon etwas angeknabbert aus. Ich kann diesem süßen Bauwerk einfach nicht widerstehen!

Auch den wunderbaren Päckchen unterm Baum konnten wir nicht widerstehen. Alles ausgepackt! Und viel Spass hatten wir auch dabei. Ich hoffe, Sie hatten ein ebenso schönes Fest und konnten die Zeit genießen. Ich werde mich heute wieder dem Schreiben widmen. 

Ohne Platzhalter. Versprochen!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Montag, 24. Dezember 2012

Platzhalter

Schon gehört?

Man benutzt "Platzhalter" aus fremden Texten bei dem Entwurf des eigenen Buches (Martina Gerke, Stellungnahme).... UPDATE vom 27.12.2012: Das Video ist gelöscht, der Link daher deaktiviert.
Sehr fantasievolle Ausrede, immerhin. Einer (Phantasie) Autorin würdig.

Nun arbeitet ja jeder Autor nach eigenem Gutdünken. Manche arbeiten nach dem Schneeflockenprinzip, andere arbeiten chronologisch, einige völlig unstrukturiert und wieder andere arbeiten erst jedes Detail heraus, bevor sie sich an das eigentliche Schreiben begeben.
Ich für meinen Teil arbeite völlig chaotisch. Ich beginne mit dem groben Plotentwurf und ich habe ein "Blueprint" in dem ich die Szenen kurz beschreibe. Vorab habe ich selbstredend meine Protagonisten entwickelt. Sie haben einen Lebenslauf, eine Beschreibung ihrer Persönlichkeit und ihrer Äußerlichkeiten. Lebens-Verwandschafts- und Freundschaftsverhältnisse sind definiert.
Und dann wirds chaotisch. Ich schreibe Szenen, ändere den Plot, schreibe neue Szenen, passe den Plot an, schreibe wieder andere Szenen. Und so weiter, und so weiter.

Was ich noch nie benutzt habe, und ich wüsste ehrlich gesagt auch nicht wofür, das sind "Platzhalter". Also per Definition von Frau Gercke, Textstellen aus anderen Büchern, die in das eigene Manuskript eingefügt wurden.
Hm. Wenn mir zu einem Dialog, einer Szene nichts einfällt, dann schreibe ich entweder gar nicht, oder an anderer Stelle weiter. Das ist der Vorteil einer chaotischen Methode. Ich muss nicht chronologisch vorgehen.
Aber jeder wie er mag.

Platzhalter. Ich komme nicht drüber weg.

Glaube ich so eine hanebüchene "Platzhalter"- Geschichte? Nicht wirklich. Für mich ist das Kapitel Martina Gercke damit auch erledigt. Ich persönlich halte die gesamte Stellungnahme für kontraproduktiv. Aber ich benutze auch keine Platzhalter.

Ach ja. Danke Frau Gercke, für die Belehrung, wie man sich als Jungautor(in) gegenüber den Rechten anderer Autoren zu verhalten hat. Wenn ich alles Mögliche an Tipps gebraucht hätte - dieses Wissen habe ich bereits in der Grundschule erworben: man gibt die Texte anderer nicht als eigene Ergüsse aus. Und man schreibt, wenn man schreibt, mit eigener Schnauze.

Na dann. Fröhliche Weihnachten.
Feiern Sie schön. Vielleicht haben Sie ja auch "Platzhalter" für verschiedene Dinge zu Hause. Geschenke von anderen beispielsweise, die sie für sich aus Platzhaltergründen beanspruchen. Weil sie nicht genug bekommen haben. Oder ihre Geschenke noch nicht verpackt sind ....

Ach was. Schöne Weihnachten wünsche ich Ihnen.

Bis dahin, liebe Grüße, Ihre Sia

Samstag, 22. Dezember 2012

Bücher, Schreiber und ihre Fans

Darüber, wie man als Autor mit Kritik umgehen kann oder umgehen sollte, gibt es viele Hinweise. Wie man letztlich tatsächlich damit umgeht, ist noch mal eine ganz andere Baustelle. Neben dem eigenen Umgang mit möglichen Kränkungen durch Rezensenten gibt es aber noch eine Dimension: die Reaktion von Fans.

Ich habe Anfang November ein Buch gelesen und rezensiert. Zugegeben, ich war etwas polemisch und ich habe auch nur einen Stern vergeben. Weil ich mich geärgert habe. Wenn mich ein Buch kalt lässt, dann schreibe ich keine Rezensionen. Dann lege ich das Buch als nicht lesenswert zur Seite und gut ist. Aber wenn ich mich als Leser hinters Licht geführt fühle, oder aber mich über schlampige Recherchen ärgere oder, und das ist mein Todesstoß für jedes Buch: wenn ich mich gelangweilt fühle, dann ergreift mich Zorn. Ich bezahle für ein Buch, ich opfere Lebenszeit und dann quält mich ein Autor seitenweise mit völlig unerheblichen Anziehroutinen oder ähnlichem Schwachsinn. Wohlgemerkt, wenn es darum geht, dass damit eine bestimmte Haltung des Protagonisten deutlich gemacht werden kann, eine politische Einstellung, eine Zwangserkrankung, eine Erläuterung wie Lebens- und Wohnverhältnisse sind - what ever. Dann ist so eine Beschreibung nicht nur verzeihlich, sondern auch sinnvoll, um die Geschichte zu erfassen. Ansonsten bezeichne ich solchen Autoren-Ausfälle gern als literarischen Sprechdurchfall. Kommt dann eine eher langatmige Geschichte mit wenig sprachlich hochwertigem Output und einer hanebüchenen Story dazu, dann ärgere ich mich. Das hat man meiner Rezension angemerkt.

Interessant fand ich dann einen Fan - Kommentar, der mir unterstellt, die Rezension nur geschrieben zu haben, weil ich persönlich etwas gegen die Autorin habe. Ich habe darauf geantwortet, dass mir das Buch nicht gefallen hat, mir die Autorin ansonsten nicht bekannt ist und ich keine Veranlassung habe, ihr etwas Böses zu wollen. Im Gegenteil. Mein Geschmack ist meiner, andere Menschen können ja völlig begeistert von dem Buch sein. Ist mir doch auch egal. Aber deswegen darf ich ja trotzdem sagen, was ich davon halte. 
Ich kriegte auch postwendend einen weiteren Kommentar, der darauf schließen ließ, dass ich da einen hartnäckigen Fan vor mir hatte, der offensichtlich nicht damit umgehen konnte, dass "seine" Autorin jemand anderen nicht so begeistern konnte, wie ihn selbst.
Was macht man damit? Nichts. Genau. Ich habe diesen Kommentar ignoriert, was soll ich so einem Deppen auch dazu sagen. Wer es nicht verstehen will, versteht es eben nicht. 
Heute bin ich zufällig mal wieder bei diesem Buch gelandet. 24 Tage hat der Fan gebraucht, um einen weiteren Kommentar zu schreiben. Er kann scheinbar mit "Ignorieren" nicht umgehen. Noch mal nachstochern, vielleicht meldet sich das "Opfer" ja doch noch mal.

Nix gibt's. Auch darauf werde ich nicht reagieren. Aber da der Fan alle Rezensionen mit Kommentaren versieht, werde ich amüsiert mitlesen, wem dann doch mal der Kragen platzt ...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

P.S. Heute Abend gibts wieder was Neues unter "from Sia ..." Aber frühestens ab acht Uhr!

Freitag, 21. Dezember 2012

Neues

gibt es heute unter dem Tab "from Sia ..."

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Freitag!

Liebe Grüße, Sia

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Hallo!

Ja, ich bins. Tut mir leid, wenn Sie in der letzten Woche regelmäßig hier vorbeigeschaut haben und frustriert festgestellt haben, dass es nichts Neues gibt. Manchmal überrennt einen eben das Leben ....

In diesem Fall Weihnachten.

Ich weiß. Es ist jedes Jahr das Gleiche. Alles muss noch in diesem Jahr passieren, und egal wie oft man sich im Leben schon vorgenommen hat, alles rechtzeitig erledigen zu wollen - am Ende läuft es doch darauf hinaus, dass man alles noch kurz vor knapp besorgen muss.
Oder dass es doch auf den letzten Metern mehr Feiern gibt, als ursprünglich erwartet.

Also, sehen Sie mir nach, dass ich diese Woche nichts geschrieben habe. Jedenfalls nichts Öffentliches. Auch die versprochene Einheit von "from Sia ... " muss ich nachreichen. Kommt dann morgen im Verlauf des Tages. Versprochen!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Sonntag, 16. Dezember 2012

Wohin führt das Verfolgen anderer Rezensenten?

Z.B. zu den Rezensionen von Landfrau

Es ist sehr erheiternd, die Bücher anzuschauen, die scheinbar mit Google aus der Originalsprache übersetzt wurden.
Traumhaft finde ich diese Formulierung:
"Sie werden ein Bewohner des himmlischen Paradieses geworden, und selbst gekommen, um den engelhaften Sprache zu verstehen."

Passt ja zum 3. Advent! Schönen Sonntag noch, Sie Engel, die Sie geworden haben sein.

Liebe Grüße, Sia

Freitag, 14. Dezember 2012

Verpflichtungen

Ich glaube gestern war meine letzte "offizielle" Verpflichtung in diesem Jahr, bei der ich mich um etwas kümmern musste. Und mit dem Abend, der Müdigkeit und einem Glas Sekt in netter Runde konnte ich mich entspannen.

Natürlich habe ich noch nicht alle Weihnachtsgeschenke. Und ja, ich gebe es zu: mein zweites Buch wird nicht mehr vor Weihnachten herauskommen. Aber wissen Sie was? Das nehme ich wie eine Heldin. Was soll ich auch sonst tun? Wenn mir nichts zu meinen Protagonisten einfällt, dann fällt mir eben nichts ein. Punkt. (Und ich habe auch keine ähnlich gelagerten Bücher im Schrank stehen, aus denen ich mal eben 37 bis 43 Szenen abschreiben könnte ... )
Ich schreibe ja nicht "nichts". Ich schreibe dann nur etwas anderes. Sie wollen ja auch nicht jeden Tag Nudeln essen, oder? Am Wochenende wird es in jedem Fall was Neues von Tatjana und Danielle (from Sia ...) geben. Heute werde ich mich vorwiegend dem X-Mas Rausch widmen und eintauchen in die bunte Welt des Kommerz. Und danach schwinge ich den Staubsauger/Putzlappen/Staubwedel. Routinearbeiten. Das hilft manchmal, wenn der kreative Schub fehlt. Und wenn nicht, dann ist danach wenigstens das Haus sauber!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Freitag.

Liebe Grüße, Sia

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Erstaunlich

finden einige Zeitgenossen die Anhäufung von Rezensionen für dieses Buch:

Nika Lubitsch, der 7. Tag

Ich habe keine Ahnung, ob die reine Anzahl von Rezensionen und darunter ca 60% Erstrezensionen, wie in einem Kommentar behauptet wird, ob das die Annahme eines groß angelegten Rezensionskauf nahelegen muss.

Erstmal ist eine hohe Anzahl von Bewertungen ja nichts Ehrenrühriges. Bettina Wulff (wer war das noch? Ach ja. Die Arme! Klick ... und Klick) hat über Tausend Bewertungen, und das ging von "null auf hundert" in einem atemberaubenden Tempo. Ähnlich ging es dieser (Ex)Piratin, wobei nur das Tempo, mit dem die Rezensionen eintrafen, beeindruckte. Die Anzahl ist zu vernachlässigen.
Witzig finde ich in dem Zusammenhang, dass Amazon beim Klicken auf Julia Schramms Buch mitteilt, dass es oft mit dem Buch von Frau Bettina Wulff zusammen gekauft wird ...

Aber zurück zum Thema. Amazon hat sich ja in den vergangenen Wochen um die "Bereinigung" von Rezensionen gekümmert. Höchst dubios, was da passiert. Rezensionen verschwinden einfach - aufgrund von Datenbankverbindungen, die nahelegen, dass da familiäre Verbindungen zum jeweiligen Autoren vorliegen.
Na klar. Sippenhaft. Wenn ich mit einem Autor verwandt bin, darf ich selbstredend nicht sein Buch rezensieren? Wie werden denn diese Zusammenhänge hergestellt? Reicht der Name und der Wohnort?
OMG! Meinen Nachnamen gibts wie Sand am Meer! Und verschwinden eigentlich nur die positiven Rezensionen, weil nur diese ein Fake sein können? Was ist mit den negativen Rezis, über die sich so mancher Autor bitter beschwert? Und tatsächlich über Agenturen "gekaufte" Rezensionen findet Amazon natürlich nicht ...

Über das Wesen und Sein von Rezensionen könnte man Bücher schreiben. Eine gute Bewertung an sich ist noch keine Rezension, sondern oft nur ein Statement. Wirklich gute Rezensionen, die etwas über das gelesene Buch aussagen, gibt es nicht so häufig. Wenn ich mir ein neues Buch suche, dann orientiere ich mich nicht an denen, die jubeln, sondern an denen, die etwas beschreiben. Und ich lese sowohl gute, als auch schlechte Rezensionen. Beim Klick auf den Namen des jeweiligen Rezensenten hat man manchmal das Glück, dass da mehr als nur diese eine Rezi steht. Und dann kann ich sehen, ob der sonstige Büchergeschmack zu meinem passt. Danach (und der Leseprobe) entscheide ich dann, ob ich das Buch wirklich kaufe. Da helfen auch alle anderen Jubilanten nicht, egal wie enthusiastisch das Buch gerade belobigt wird.  Dabei sind ja die "Rezensionen" noch am Besten, die 5 Sterne vergeben und dann schreiben: "Superschnelle Lieferung, 1a Zustand, keine Beanstandung" Da frage ich mich immer, welche Dünnbrettbohrer da am Rechner sitzen, um so einen Unsinn zu verzapfen.

Naja. Ich gehe jetzt mal. Meine Agentur hat mir eben den Auftrag für dreißig neue Rezensionen geschickt. Mal sehen, wie ich meine diversen Accounts jetzt vor Amazon verschleiere ...

bis dahin, liebe Grüße, Sia

Mittwoch, 12. Dezember 2012

2. Teil "... from Sia, with love"

Bevor Sie anfangen zu lesen:

den ersten Teil gabs gestern. Und die nächsten Teile werde ich dann unter dem Tab "from Sia" ablegen. Damit Sie immer nachlesen können...

Viel Spass. Und ich warte noch auf Kommentare!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

2. Teil

Danielle rief nach ihnen. Sie sah atemberaubend aus. Das Kleid machte eine tolle Figur, egal was man als Ausgangsmaterial hineinpackte, davon war Tatjana schon überzeugt, bevor sich Danielle das Kleid übergezogen hatte. Sie schien ein wenig verschwitzt.
„Ich glaube, es ist an den Hüften etwas zu knapp.“ 
Ja, an tatsächlich. Es saß knapp an den Hüften. Tatjana frohlockte leise. Vielleicht hatte sie doch noch eine Chance auf den Traum aus Spitze und Satin. Aber ihre Hoffnung wurde zunichte gemacht. 
„Ach Quatsch““, flötete Linabella, „wenn du da Shapewear drunterziehst, dann sitzt das perfekt.“
Danielle strahlte. Tatjana nickte frustriert. Wieder ein negativer Punkt auf der Liste. Nie bekam sie das, was sie wollte. Das fing schon damals in der Schule mit Rainer an. 
Was hatte sie diesen Typen angehimmelt! Natürlich nur heimlich. Schließlich war die ganze Schule hinter ihm her. Und sie war nicht selbstbewusst genug, um mit offenem Visier gegen die ganzen Schönheiten anzutreten, die ihn so offensichtlich anhimmelten. Er war dann lange mit Marion zusammen. Sie passten gut zueinander, das musste sie zugeben. Aber es hatte lange gedauert, bis sie über ihn hinwegkam. 
Danielle zog sich in die Umkleidekabine zurück, steckte dann aber noch mal den Kopf aus der Kabine. „Tatti, aber nicht weglaufen. Du hast doch bestimmt noch Zeit für einen Kaffee, oder? Wir haben uns doch soooo lange nicht gesehen.“
Ihr Kopf steckte schräg zwischen dem Vorhang und der Seitenwand. Es sah witzig aus. Danielle sah sie abwartend an. Tatjana wollte gerade „Nein“ sagen. Sie hatte wirklich keine Zeit. Sie war in fünfzehn Minuten mit Clemens zu einer Wohnungsbesichtigung verabredet. Sie wollten nach einem Jahr Beziehung zusammenziehen. Das heißt, eigentlich wollte Clemens das. Tatjana wollte also gerade „Nein, tut mir leid“ sagen, als ihr Telefon klingelte. „Master of Desaster“ hieß der Klingelton, der sie Clemens‘ Nummer zugewiesen hatte. Nicht umsonst. Clemens war ein Chaot. Sie machte eine hilflose Handbewegung in Danielles Richtung und drehte sich um.
„Hallo Schatz, bist du schon an der Wohnung?“
„Nein, ich bin gerade auf dem Weg dorthin. Warum?“
„Sorry, aber du musst allein zu dem Maklertermin gehen. Ich komm hier nicht weg. Der Chef hat gerade noch ein Meeting angesetzt und ...“
„Hat dein Chef das Meeting gerade angesetzt, oder hast du wieder vergessen, es dir in deinen Terminkalender einzutragen?“, unterbrach sie ihn.
Sie hörte sein Zögern. Er lachte verlegen. „Nein, nein, Schatz, so war das nicht.“
Sie seufzte. Also war es genau so. Wenn man sich bei Clemens auf etwas verlassen konnte, dann darauf, dass man sich auf keine Absprachen mit ihm verlassen konnte. Er vergass fast immer seine Termine. Jedenfalls die, die im privaten Bereich lagen. 
„Clemens, ich muss in drei Wochen aus meiner Wohnung raus sein!“
„Ich weiß Schatz. Aber ich kann hier nicht weg. Das Meeting ist superwichtig, da werden die geschäftlichen Weichen für die nächsten zehn Jahre gestellt und als einer der Entscheider kann ich da nicht fehlen!“ 
Tatjana schnaufte. Was für ein Quatsch. Erstens würden da höchstens Weichen für das nächste Jahr gestellt, und zweitens - Clemens war in der Hierarchie noch zu weit unten, um wirklich einer der wichtigen Entscheider zu sein. Aber seine Karriere und der aktuelle Status in der Firma war ein ständiger Streitpunkt zwischen ihnen. Das würde sich auch in naher Zukunft nicht ändern.
„Wie stellst du dir die Wohnungssuche dann bitte vor? Außerdem habe ich mir extra den Nachmittag frei genommen, damit wir uns gemeinsam mit dem Makler treffen können.“ Sie war sauer.
„Schatz, Du hast freie Hand, okay? Du gehst da hin, und wenn dir die Wohnung gefällt, dann nimmst du sie einfach, okay? Du, ich muss Schluss machen, das Meeting fängt an. Tschüß Schatz und viel Erfolg.“ Aufgelegt. Der Sack hatte einfach aufgelegt. Tatjana schaute fassungslos auf das Telefon in ihrer Hand. 
„Du suchst ne Wohnung?“ Danielle schlüpfte aus der Umkleidekabine. Tatjana nickte genervt. Ja sicher. Sonst würde sie sich ja wohl nicht mit einem Makler zu einer Wohnungsbesichtigung treffen, oder? 
„Soll ich dich begleiten? Ich hab mal bei einem Makler gearbeitet und kenn die Tricks“, flötete Danielle, während sie Linabella das Kleid reichte. „Du sag mal Linabella, gibts Prozente für gute Kundinnen?“
Linabellas strahlendes Lächeln versteifte sich. „Danielle, tut mir leid, aber das kann ich bei diesem Kleid nicht machen. Die Chefin würde mich vierteilen!“
„Schon okay.“ Gutmütig nickte Danielle. „läuft sowieso über die Kreditkarte von meinem Freund.“ Sie reichte Linabella die Karte. Dann drehte sie sich zu Tatjana. „Wo ist die Wohnung denn?“
Tatjana verfluchte sich im Stillen. Wäre sie doch nur beim Telefonieren rausgegangen! Ergeben sagte sie: „Nicht weit von hier. Bertramstraße 14“
„Bertramstraße! Na da hast du ja Glück, wenn du dort was findest. Das ist ne super Wohngegend.“
„Ich weiß, ich wohne gerade zwei Querstraßen weiter. Aber leider hat mein Vermieter Eigenbedarf angemeldet und jetzt muss ich bis zum Ende des Monats raus.“ Sie verdrehte die Augen. Das war wirklich hart. Aber der Vermieter ließ nicht mit sich reden. Na gut, verstehen konnte sie es. Seine Tochter hat sich vom Freund getrennt und musste irgendwo hin. Und Tübingen war ein heißes Pflaster was gut gelegene Wohnungen anging. Aber sie liebte ihre kleine Wohnung und trauerte. Außerdem war ihre Adresse genial gewesen: Tatjana Teufel, Torstraße, 44a, Tübingen.
Danielle ließ sich das Kleid einpacken und nahm sie  lässig am Arm. „Komm, wir gehen erst zu deiner Wohnungsbesichtigung und dann einen Kaffee trinken. Du hast ja den Nachmittag frei.“
Tatjana schimpfte innerlich mit sich selbst. Sie war einfach nicht schlagfertig und spontan genug, um Menschen wie Danielle etwas entgegenzusetzen. Und so fand sie sich kurze Zeit später an Danielles Arm vor der verschlossenen Haustür der Bertramstraße 14 wieder. Ein Haus mit fünf Etagen. Tatjana legte den Kopf in den Nacken und sah nach oben.
„Die Wohnung ist im obersten Stockwerk. Hoffentlich gibts einen Aufzug.“
„Natürlich gibts hier einen Aufzug!“ Danielle klingelte wild auf dem Metallschild mit den  Klingelknöpfen. Eine alte Stimme fragte: „Wer ist da?“
„Die Post!“ Danielle grinste. Kurze Zeit später ertönte der Türöffner und sie drückte die Tür auf. „Los komm. Es ist immer günstig, wenn man vor dem Makler da ist!“

Dienstag, 11. Dezember 2012

Kann ich Chick lit?

Chick lit ist Hühnchen Literatur. Also Lesestoff für Frauen im pubertären Alter bis in die Twens. Wenn sich Thirty-somethings ausschließlich von Chick lit literarisch ernähren, sollten sie sich mal untersuchen lassen. Wobei hier die Betonung eindeutig auf "ausschließlich" liegt. 
Immerhin ist eine Portion Pommes dann und wann ja auch nicht zu verachten. Jeden Tag genossen, versaut es die Figur.

Nun also. Chick lit ist Mainstream. Das, was moderne Frauen lesen. Ich habe über neue Marketingstrategien nachgedacht und überlegt, ob ich nicht mein Publikum mit einer Shortstory anfüttern kann. Ich schreibe so ein bisschen vor mich hin, Sie kommentieren und wenn Ihnen gefällt, was Sie lesen, dann lesen Sie auch das, was ich schon als Buch veröffentlicht habe. Okay? 
Okay. Ich fange heute an und werde in loser Reihenfolge die Geschichte fortsetzen. Es gibt noch keinen Titel, ich nenne es daher 

"Chick lit - from Sia with Love" (Und Vorsicht: es ist nicht lektoriert ...)

Und jetzt viel Spass beim Lesen! Liebe Grüße, Sia


Typisch! Das war wieder mal typisch für sie. Einmal in der Woche trägt man High Heels, und dann so was!
Wütend zog sie den Schuh aus dem Rost, der direkt vor dem Schaufenster des kleinen Second-Hand-Ladens in den Boden eingelassen lag. Und das genau in dem Moment, indem auch noch die blödeste Verkäuferin, die dieser Laden je gesehen hatte, das Kleid, IHR Kleid aus dem Fenster nehmen musste, und sie dabei beobachten konnte, wie sie ihre ruinierten Schuhe aus diesem doofen Kellerrost zog. Fluchend rieb sie über die schadhafte Stelle ihres linken Absatz. Er war reif für den Schuhmacher. Dabei waren die Schuhe erst zwei Monate alt. Leise schimpfend quälte sie ihren linken Fuß wieder in den Schuh und sah auf. Im Schaufenster konnte sie eine flüchtige Bewegung erkennen. Es half nichts. Sie musste jetzt in diesen Laden und ihr Kleid retten. 
Das Glöckchen an der Tür bimmelte. Der kleine Verkaufsraum war mit Kleiderständern und Regalen vollgestellt. Es roch nach Vanille und es lief ein Radio, aus dem gerade die Nachrichten zur vollen Stunde erzählt wurden. An der linken Seite des Ladens war ein kleiner Kassenbereich eingerichtet. Daneben war die Wand mit einem hohen Spiegel versehen. Vor diesem Spiegel stand die Verkäuferin mit einer Kundin und präsentierte ihr das Kleid.
Oh nein. Bitte nicht! Lass diesen Kelch an mir vorüberziehen! Aber ihr inneres Flehen half nichts. Die beiden Frauen drehten sich zu ihr um und sahen sie an. Ein überraschtes quietschen drang an ihr Ohr: „Tatti Teufel? Bist du es? Ich glaubs ja nicht. Tatti!“
Sie hasste es. Es war schon schlimm genug, mit einem Vornamen wie Tatjana herumzulaufen, wenn man „Teufel“ mit Nachnamen hieß. Aber die Verniedlichung zu „Tattii“ war übelkeitserregend. Sie hatte es schon seit der achten Klasse in der Schule gehasst.
„Tatjana, bitte.“ Sie rang sich ein gequältes Lächeln ab. Die blondierte Frau vor ihr riss ihre riesigen blauen Augen auf. Daniela. Die schöne, grausame Daniela Wolckenbruch. Tatjana hatte sie schon in der Schule gehasst.
„Oh, entschuldige bitte, Tatti, ich war nur so überrascht. Wir haben uns ja eeeeeewig nicht gesehen.“
„Ja, ewig. Genau genommen seit der zehnten Klasse.“ Da war die schöne Daniela nämlich vom Gymnasium abgegangen. Sie hatte damals allen erzählt, sie würde Stewardess und dafür bräuchte sie kein Abitur. Aber eigentlich wussten alle, dass sie den Abiturstoff nicht packen würde, weil sie stinkend faul war. 
„Huch, so genau wollte ich es gar nicht wissen.“ Daniela winkte abweisend mit schmuckbehängten Händen. Ihre langen Fingernägel waren in einem schrillen Glitzerton modelliert. 
„Danielle, was ist denn nun mit dem Kleid?“ Die Verkäuferin hatte das Kleid vom Bügel genommen und hielt es Daniela vor die Brust. „Also wenn du mich fragst, meine Liebe, dann ist es etwas zu groß und zu wuchtig für dich. Das erdrückt dich!“
Tatjana stöhnte leise. Danielle! Schon damals hatte sich Daniela immer über ihren Namen beschwert. Neugierig fragte sie: „Hast du deinen Namen geändert?“
Danielle lächelte verträumt. „Ja. Ich nenne mich schon seit Jahren nur noch Danielle. Das passt besser zu meinem Nachnamen, weißt du.“
„Also für mich macht das zu „Wolckenbruch“ keinen Unterschied. Oder hast du auch einen anderen Nachnamen?“
Danielle nickte. „Ja, ich war verheiratet. Mein Mann hieß Beaupain. Und nach der Scheidung habe ich den Namen behalten. Der passt viel besser zu mir, als „Wolckenbruch.“
„Oh, war dein Mann Franzose?“  Geschieden war sie also. Hoffentlich würde diese dämliche Konversation bald ein Ende nehmen. Und hoffentlich würde Danielle der Verkäuferin Glauben schenken und das Kleid als „überfrachtet“ ablehnen.
„Nein, nein.“ Danielle betrachtete interessiert ihr Spiegelbild und inspizierte das Kleid genauer, dass ihr die Verkäuferin noch immer vor die Brust hielt. „Nein. Mein Ex-Mann kommt aus einer Familie mit Hugenotten unter den Vorfahren.“ Sie drehte sich zur Verkäuferin. „Also weißt du, Linabella, ich finde dieses Abendkleid nicht zu aufdringlich. Schließlich muss ich ja ein bisschen auffallen bei diesem Anlass, n´est pas? Was meinst du, Tatti? Findest du das Kleid erdrückt mich?“
„Tatjana, bitte.“  Tatjana betrachtete Danielle, die der Verkäuferin das Kleid aus der Hand genommen hatte, und es vor ihren Körper hielt, während sie sich vor dem großen Wandspiegel hin und her drehte.
Sie seufzte resigniert. Es wäre gelogen, wenn sie der Verkäuferin Recht geben würde. Wahrscheinlich wollte Linabella das Designerkleid selber haben und konnte es sich nur nicht leisten. Immerhin sollte dieser Traumfetzen noch fünfihundertfünfzig Euros kosten. Das war auch der Grund, warum sie selbst dieses Kleid noch nicht gekauft hatte, obwohl sie seit vier Wochen jeden Tag vor dem Schaufenster gestanden hatte. Die Augen groß wie Untertassen hatte sie sich die Nase am Fenster platt gedrückt. Ein echtes Maldevian-Abendkleid in ihrem Second-Hand-Shop! Unglaublich. Aber es hing da, wirklich und wahrhaftig. Es war ein Traum aus malvenfarbiger Spitze, unterlegt mit dunkelrotem Satin und mit einer unglaublich eleganten Schnittführung. Der edel geformte tiefe Ausschnitt würde jedes Dekolleté zu einem Hingucker machen, egal wieviel Brust man von hause aus mitbringen würde. Also auch ihre kleinen Hühnerbrüstchen, deren Größe ihr ein ständiger Dorn im Auge waren. Aber zu einer OP wollte sie sich nicht hinreißen lassen, dann lieber mit einem ordentlichen Pushup BH etwas Größe hinzuschummeln. Aber für den Ausschnitt dieses Kleides würde es nicht nötig sein. Sie würde darin aussehen, wie eine Prinzessin. Bestimmt. 
Sie sah zu Danielle, die sie erwartungsvoll anblickte. Nein, Danielle würde von diesem Kleid nicht erdrückt werden. Sie würde darin auch nicht wie eine Prinzessin wirken. Sie würde mit diesem Kleid wie eine Königin strahlen.
„Du solltest es anprobieren.“ Da war eine kleine, aber berechtigte Hoffnung. Danielle war eine Schönheit. Sie war schlank, war gut proportioniert und hatte traumhafte Beine, auf die Tatjana schon immer neidisch war. Aber Danielle war im Vergleich zu ihr stämmig. Sie hatte bestimmt zwei Kleidergrößen mehr als sie selbst, und das machte ihr Hoffnung. Vielleicht wäre das Kleid für Danielle zu klein. 
„Es ist in Größe 36“ mischte sich die Verkäuferin ein. „Das müsste dir doch passen, nicht wahr, Danielle?“
Das war böse geschmeichelt. Oder vielleicht auch keine Schmeichelei, sondern eher verbrämte Bösartigkeit. Danielles Blick wurde leicht gehetzt. Tatjana grinste. Sie konnte sich erinnern, ihre Konfektionsgröße war Daniela schon immer peinlich gewesen.
„Ich probiere es aus.“ Danielle verschwand mit dem Designerstück im hinteren Teil des Ladens. 
„Und, was kann ich für Sie tun? Suchen Sie etwas Bestimmtes?“ Der affektierte Blick von Linabella traf Tatjana. 
„Oh, ich wollte mich mal umschauen, ob es war Neues gibt.“ Tatjana wandte sich geschäftig an die umstehenden Ständer. Nun ja, ganz gelogen war das nicht. Sie brauchte ein Abendkleid zum Anziehen. Genau genommen brauchte sie ganz dringend ein Abendkleid. Das Fest ihres Chefs war in zwei Wochen. Bis dahin musste sie ein festliches Kleid haben. Ein sehr festliches Kleid.



Montag, 10. Dezember 2012

Unlustgefühle

Gestern habe ich mich auf Amazon herumgetrieben. Ich habe neuen Lesestoff gesucht. Dabei bin ich bei verschiedenen E-Books diverser Jung-Autoren gelandet.
Herrje. So manche Leseprobe lässt einen erschreckt zusammenzucken. Wenn ich schon in diesem (zehnprozentigen) Ausschnitt, der bei so manchem als "Roman" angekündigten Pamphlet noch nicht mal eine Seite umfasst, über zehn Rechtschreibefehler und Grammatikfehler  finde, bin ich satt. Das will ich auch nicht für 99 Cent auf meinem Kindle haben. Da treten extreme Unlustgefühle auf, wenn ich neuen Lesestoff suche und mir dann so ein Müll angeboten wird.
Interessant ist in dem Zusammenhang der Verkaufsrang, da wundere ich mich mitunter schon. Und hoffe, dass die Käufer nur zugegriffen haben, weil der Preis so günstig war und nicht, weil sie das Werk tatsächlich für einen gelungenen Roman halten. Und dann die dazugehörigen Jubel - Rezensionen. 5 Sterne! Traumhaftes Werk! Könnte nicht besser sein!
Ich klicke bei solch "besonderen" Rezensionen immer gern auf das, was die Person noch so an Rezensionen geschrieben hat. Manchmal kommt man da auf Zusammenhänge mit anderen Autoren und ähnlich schlechten Büchern, die aber ebenso enthusiastisch belobigt werden.
Lob ich deins, lobst du meins ....

Im Zuge dieser "Rezensionsverfassernachguckwashabensiesonstnochgeschrieben" (trinken Sie einen Glühwein, dann lässt sich das lange Wort leichter aussprechen!) bin ich jedenfalls auf Shades of Grey gestossen, diesem Werk, dem man auf keiner Bestsellerliste entkommen kann.

Ich hab nicht mehr als die Leseprobe gelesen. Ich weigere mich auch, dieses Buch zu erwerben. Vielleicht leihe ich es mir mal irgendwann aus, wenn der größte Hype vorbei ist. Aber ich habe schon vor längerer Zeit eine gelungene Persiflage gelesen. Ich weiß nur leider nicht mehr wo...
Und natürlich habe ich auch die Rezensionen quergelesen. Eine fand ich beeindruckend. Nicht nur, weil sie nett geschrieben war, sondern auch, weil sie über zweihundert Kommentare hat. Das ist ne ganze Menge! Ich möchte sie Ihnen nicht vorenthalten: Rezension Shades of Grey
Zum Abschluss: Ellen DeGeneres spricht für die Hörbuchversion vor. Köstlich! Klick

Liebe Grüße, Sia

Sonntag, 9. Dezember 2012

Sprechblasen

gibts nicht nur in Comics. Gerade habe ich wieder eine entdeckt: 

"In der Funktion als Manager verantwortete er Transformationsprojekte für Industriekunden und wurde zum Ansprechpartner für Vorstände und Entscheider." (gefunden auf Amazon.de)

Sie dürfen raten, was macht der Autor dieser Zeilen beruflich? Jawoll. Er ist Berater. Es gibt derzeit keinen Berufsstand, der inhaltlich so undefiniert ist, wie "Berater". Ich glaube, er hat den übel beleumundeten "Manager" mittlerweile abgelöst.
Es gibt sie wie Sand am Meer. 
Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Hinz, Kunz, Hans und Franz kann sich "Berater" auf die Visitenkarte drucken lassen und auf Kundenfang gehen.
Wenn ich höre, dass sich jemand "Berater" nennt, dann denke ich: Ja. Wer nichts wird, wird Wirt. Und wer nichts kann, wird Berater.

Draußen schneits wie wild, es ist der zweite Advent und ich sabbel über Berater und ihre Sprechblasen. Wissen Sie warum mir das heute so auf die Nerven geht? Weil ich hier ein Schreiben eines Beraters liegen habe, auf das ich dringend reagieren müsste. Und das mich schon seit drei Wochen nervt. Einfach durch den Umstand, dass es hier liegt und eine Reaktion von mir erwartet.

Papier ist geduldig. Und unangeforderte Schreiben können mich mal. Ich mach mir jetzt einen Tee, genieße das Wetter und lese. Oder verpacke Geschenke. Oder vielleicht schreibe ich auch mal wieder. Auf jeden Fall beschäftige ich mich jetzt nicht weiter mit Menschen, die sich "Berater" nennen und eigentlich, wenn sie ihren Job gut machen würden, eher "Analysten" nennen müsste. Denn vor der Therapie kommt immer erst die Befunderhebung ... Das ist nämlich der Kern der Angelegenheit. Wenn man nicht richtig analysiert, behandelt (berät) man an der Krankheit (Unternehmensmisere) vorbei ...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Freitag, 7. Dezember 2012

Herzhüpfen

Kennen Sie dieses Gefühl?

Mir ging es gestern morgen so. Ich trat aus der Haustür um die Zeitung zu holen, und mein Herz hüpfte. Keine Angst, es war ein schönes Gefühl. Gestern war Nikolaus und passend zu diesem Anlass lag Schnee. Richtig Schnee. So dass ich wusste, wenn es weiter schneit, werde ich Schnee schippen müssen.
Und mein Herz hüpfte vor Freude.



Ich weiß genau, die Freude hält nur etwa einen Monat. Nach Silvester kann von mir aus der Schnee sofort und bis zum Eintritt in den Dezember verschwinden. Und ich weiß auch, dass ich letztes Jahr überhaupt keine Lust auf Schnee hatte. Die ewige Schneeschipperei kann einem ja auch auf die Nerven gehen. Oder die Bearbeitung der Eisplatten, die ich vor zwei Jahren nur unter Einsatz eines Spatens vom Gehweg entfernen konnte. Was habe ich geflucht! Der einzige Lichtblick dabei war der kleine Schwatz mit der Nachbarin. Allerdings war es noch zu früh für Glühwein. Das war dann schade.

Aber trotz alledem, was da bei herben Winterwetter an Unbill noch auf uns zukommen mag: gestern morgen hüpfte mein Herz, als ich den ersten Schnee sah.
Und gleichzeitig mit dem Herzhüpfen stellte sich eine kleine heimliche Freude über die kommende Weihnachtszeit ein. Das adventliche Gefühl, dass sich bisher noch gut versteckt hielt, kam auf einmal raus und gab mir Schwung. Soviel Schwung, dass ich endlich meine Weihnachtsdekoration weiter vervollständigt habe. Dummerweise musste ich dazu auf eine Leiter steigen.
Nein, ich bin nicht runtergefallen.
Nur in beengten Verhältnissen abgestiegen, und weil ich nicht mit dem Hintern einreißen wollte, was ich gerade mit den Händen aufgebaut habe, habe ich mich blöde verdreht. Das mochte mein Rücken nicht. Gar nicht. Und das wars dann auch erstmal mit dem Schwung. Gegen Mittag konnte ich nur noch unter Schmerzen aus dem Auto aussteigen. Die Segnungen moderner Medizin halfen mir weiter. Nachdem ich mich ordentlich gedopt hatte, ging es am Nachmittag wieder.
Und heute morgen? Ich fühle mich fast wie ein junge Göttin. Nichts tut weh, es liegt Schnee und ich habe heute Nacht nicht von kurzen Haaren geträumt. Das gibt Schwung für den Tag!

Den wünsche ich Ihnen auch für heutigen Tag. Gutes Gelingen!
Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Kopfkino

Wenn der Tag/ die Woche/ der Monat gut gelaufen ist, dann sollte man sich freuen. Gestern hat eine Bekannte auf Facebook gepostet: "Tage wie diese braucht kein Mensch." 

Sie hat ja so Recht. Es gibt wirklich Tage, die fangen übel an und steigern sich im Negativen bis zum Eintritt der Nacht noch um ein Vielfaches. Glücklich, wenn man dann ins Bett fallen kann, den Tag abhaken und sich einen süßen Traum aus dem Kopfkino nehmen kann.

Bei mir läuft momentan aus meiner kopfinternen Videothek immer nur ein Film: Haare ab. Es ist unglaublich, wie oft ich in der letzten Woche vom Haare abschneiden geträumt habe. Man könnte sagen, fast jede zweite Nacht. 

Also, es ist klar. Zeit für Veränderung. Ich kann mich heute noch nicht entscheiden zum Friseur zu gehen. Der Gedanke an kurze (sehr kurze!) Haare muss noch etwas in mir reifen. Aber wenn nicht jetzt, wann dann?
Um mich und Sie auf den Umstand optischer Veränderungen einzustimmen, habe ich heute erstmal das Blog-Outfit geändert.

Schönen Nikolaus wünsche ich Ihnen! 

Liebe Grüße, Sia

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Sind Sie romantisch?

Ich bin es nicht. Behaupte ich jedenfalls. Sollte mein Mann mal einen Anflug von Romantik haben und z.B. in unserem Wohnzimmer ein Meer von Kerzen anzünden, würde ich ihn vermutlich fragen, ob unser Licht nicht mehr geht.
Bisher habe ich die entrückte Verzückung diverser Geschlechtsgenossinnen, die mir begeistert von dem romantischen Abendessen mit XY, der sie (selbstredend) nach diesem Event "rumgekriegt" hat, erzählten, nie verstehen können. 
Mich hat mal einer "rumgekriegt", weil er ne Parkscheibe bei voller Fahrt aus dem Auto geworfen hat ... Soviel zu meinem Ansatz von Romantik.
Jetzt sind Frauen und Männer ja grundsätzlich unterschiedlich. Auch was das Empfinden von Romantik und ähnlicher Zutaten zum Zwecke der Beziehungsanbahnung anbelangt. Wenn man darüber schreibt, wird meist sehr deutlich, dass sich die weibliche Schreibe über Liebesbeziehungen deutlich von der männlichen unterscheidet. 
Wenn ich auch im realen Leben nicht die superromantische Frau bin, in meiner Schreibe klingt durchaus Romantik durch. Nicht die Art von Romantik, die man befürchtet erwartet, wenn man ein Buch in die Hand nimmt, auf dessen Cover die hingegossene Schönheit in den Armen eines halbnackten, muskelbepackten Schönlings hängt. Und der Blurb hintendrauf wahlweise "von der Lady, die den Outlaw zähmt", oder dem "Lord, der sich zu schönen Unbekannten Schafshirtin hingezogen fühlt", berichtet.
Nein, meine Romantik orientiert sich schon an anderen Dingen, wenngleich meine Schreibe trotzdem deutlich weiblich geprägt ist (und sich auch in erster Linie an Frauen richtet!).
Jetzt lese ich gerade einen Liebesroman, der von einem Mann geschrieben wurde. Und ich kann ihnen sagen, falls Sie es noch nicht wussten: zwischen der Liebesgeschichte, die von einem Mann geschrieben wurde und der, die von einer Frau geschrieben wurde, liegen Welten. Nämlich die Frauen- und die Männerwelten, die sich zwar an den Grenzen begegnen, aber nach innen hin offensichtlich ganz anders funktionieren.

Mein Sohn erzählte mal irgendwann von einem Jungen aus der Schule, der in einer Zwischenwelt lebt. Auf meine Frage, was das ist, sagte er: der gehört nicht in die Jungenwelt, aber weil er ein Junge ist, auch nicht in die Mädchenwelt. Er ist eben in der Zwischenwelt!

Schöner kann mans gar nicht ausdrücken, finde ich. Und ich mach mich jetzt lesetechnisch mal wieder auf den Weg in die "Zwischenwelt". Vielleicht komme ich der männlichen Welt etwas näher!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Dienstag, 4. Dezember 2012

Ich komme noch immer nicht drüber weg

dass Frau Gercke so tief gefallen ist. Zwischen dem ganzen Jubel und dem Absturz liegen noch nicht einmal zwölf Monate.

Wissen Sie, warum es mich so beschäftigt?
Ich habe Rheingau - Roulette am 3. Januar 2011 bei Amazon veröffentlicht. Nach ungefähr drei Jahren Arbeit an dieser Geschichte. Inclusive diversen Änderungen, Schreibblockaden, hysterischen Anfällen und was alles noch an Kleinkram im Alltag einer Mutter passieren kann. Zu Beginn der Schreiberei war ich auch noch mit dreißig Stunden außer Haus tätig und war nur noch im Zeit-Stress. 
Als mein Buch endlich bei Amazon erschienen war, ich kann mich noch gut an meinen aufgeregten Finger erinnern, der auf den Button "veröffentlichen" klickte (nachdem ich vorher bestätigt hatte, dass ich die Rechte an diesem Buch besitze, nur mal so nebenbei ...), da war ich sehr gespannt auf die weitere Entwicklung. Es gibt Dinge, mit denen rechnet man als "Selfpublisher" erstmal überhaupt nicht:
Einen Monat später nämlich wurde "Ewig dein", das Buch von Glattauer veröffentlicht, und ich war fertig mit der Welt. Seine Protagonisten hießen genauso wie meine! Sein Plot drehte sich um Liebe und Stalking, ebenso wie bei mir! 
Sie können sich nicht vorstellen, wie mir zumute war. Heilfroh war ich, dass mein Buch einen Monat vor Glattauers "Ewig Dein" herausgekommen war, und man mir somit keine Abschreiberei vorwerfen konnte. Mir wurde ganz schlecht bei dem Gedanken daran, dass ich da möglicherweise nur knapp an  einem solchen Vorwurf vorbei geschrammt war. Natürlich war da viel Hysterie bei.
Wer beide Bücher kennt, wird wissen, dass man Glattauers Buch und meins nicht vergleichen kann - meins ist besser ... :-) , aber für einen Indie, ohne einen großen Verlag im Rücken, können solche Abschreiberei - Vorwürfe sehr ernst sein, auch wenn sie sich bei genauerer Betrachtung als haltlos erweisen. Bei dem aktuellen Fall wird sich noch erweisen müssen, ob die Plagiatsvorwürfe gerechtfertigt sind. Das zu beurteilen steht mir nicht zu. Habe ich auch ganz ehrlich keine Lust zu.

Aber sicher auch aufgrund meiner Erfahrung lässt mich das Thema nicht los. Und wenn man im Internet recherchiert, dann begegnet einem so manches, was im gesamten Zusammenhang der Geschichte vom "Aufstieg und Fall der Frau G." interessant wird, z.B. erzählt sie in einem Interview, dass am 17.11.2012 auf diesem Blog hier veröffentlicht wurde, dass sie für das erste Buch fünf Monate, für das 2. Buch nur vier Monate gebraucht hat.

Ich verneige mich demütig in tiefem Respekt. Da muss man (als Anfänger) verdammt schnell schreiben können, wenn man ein Buch in so kurzer Zeit, trotz Familie und Job zusammenbekommt. Gut, "Holunderküschen" hat gut zweihundert Seiten weniger als mein Buch. Und okay, wenn man die Vorlage direkt neben sich liegen hat, geht es wohl auch etwas flotter ... Ebenso interessant finde ich den Umstand, dass Frau G. ja gar nicht so "Indie" ist, wie man allenthalben dachte. Immerhin hatte sie einen Literaturagenten im Rücken.

Aber dann, ruckzuck, kaum beginnen die Gerüchte, verlassen die Ratten das sinkende Schiff. War noch bis Mitte November die Welt für den Literaturagenten in Ordnung und wurde die strahlende Frau G. stolz auf der WebSite präsentiert (Sie müssen sich den Cache anzeigen lassen), ist dort jetzt nur ein mageres "Content not found" zu entdecken.
Ebenso wie auf vielen Bücherblogs, die die Bücher erst enthusiastisch belobigt haben, und die sich jetzt entrüsten und die Rezensionen aus ihrem Blog nehmen.
Gleichzeitig fühlt sich eine Indie-Autorin (der übrigens auch fragwürdige Ansätze bei ihren Texten vorgeworfen werden), sehr bemüßigt, auf jeder, wirklich fast jeder Seite, die sich mit dem Desaster um Frau Gercke befasst, ein schreiendes "Achtung- Plagiat!" zu hinterlassen. Ich habe gestern drei Seiten mit entsprechenden Verweisen auf Google angezeigt bekommen, die mir immer diesen gleichen schreienden Eintrag angezeigt haben. Nervig, die Dame.

Und ich sitze hier vor meinem Rechner und denke an die Frau und ihre Familie. Es tut mir leid, was die Frau jetzt erleben muss. Selbst wenn ich die eine oder anders Spitze in diesem Text hier losgelassen habe. 
Ich will nichts bagatellisieren, ich will nichts gutheißen, was nicht legitim ist. Aber es fällt mir unendlich schwer, mir vorzustellen und zu glauben, dass sie das bewusst getan hat.
Ich dachte bisher, wenn man etwas veröffentlicht, dann macht sich um rechtliche Belange Gedanken. Ich hatte mich beim Lesen damals schon über ihre Promi-dichte gewundert, und mich gefragt, ob sie alle diese Promis um Erlaubnis gebeten hat, sie in ihrem Buch "verwursten" zu dürfen. Das jemand namentlich auftaucht, mag ja noch mit normalen zu duldenden Öffentlichkeitsrechten gedeckt sein, aber als handelnde Person aufzutreten? Ihr Verständnis über das, was als Autor erlaubt ist oder auch nicht, scheint begrenzt zu sein. Auch im Bewusstsein dessen, was da noch auf einen warten könnte:

http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__97.html
http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__106.html

Aber natürlich und trotz alledem frage ich mich, warum tut es mir für Frau Gercke so leid, und warum habe ich bei Herrn zu Guttenberg nicht einen Funken Mitleid aufbringen können? 
Wahrscheinlich fand ich es so märchenhaft, dass eine Frau aus normalen Verhältnissen den großen Verlagen den "Stinkefinger" zeigt und einen Mega-Bücherhit landet, während zu Guttenberg zur priveligierten Schnöselszene gehörte, deren Mitgliedern schon immer alles im Leben ein wenig leichter gemacht wurde.
Ganz ehrlich? Ich wäre auch gern das Jahr über eine "Martina Gercke" gewesen. Jetzt bin ich sehr froh, dass ich nur "Sia Wolf" bin.

Es grüßt sie herzlich, aber immer noch fassungslos, Ihre Sia

PS.: im KDP wird nur noch von "Kopierküsschen" gesprochen. Und "Blumenengel" hat dort mit Genehmigung von Herr Dresen, Justiziar von Random House, ein paar Textstellen veröffentlicht. Wohlgemerkt, nur aus den ersten hundert Seiten. 
Ich glaub, ich überlege mir das mit dem Mitleid nochmal! 

Montag, 3. Dezember 2012

Eine sommerliche Begebenheit

Eine für mich typische Angst ist, im Autobahnstau mit voller Blase zu stehen und keine Chance auf ein stilles Örtchen zu haben. Was habt ihr Männer es doch einfach. Selbst wenn ich am Straßenrand stehende und das Offensichtliche tuende Männer nicht leiden mag, im Stau habe ich tiefstes Verständnis dafür.

Es gibt für Frauen diverse Hilfsmittel. U.a. eine Art Schale, die in einem Ausguss mündet. Ein Beispiel: hier
Es sieht unpraktisch aus. Und selbst wenn ich damit stehend pullern könnte, ich müsste trotzdem meine Hosen ausziehen. Aber genau da beginnt das, was ich im Umfeld fremder Menschen nicht möchte. Das ist wie beim Stillen im öffentlichen Raum. Mal eben die Brust rauszuholen und das Kind zu stillen, ist kein Thema. Hätte ich aber meinen Oberkörper freimachen müssen, um mein Kind zu stillen, dann hätte ich das bestimmt nicht in der Öffentlichkeit getan. Heute gibt es übrigens Stilltücher, habe ich kürzlich gelernt. Das ist ein langer Schlauchschal, in den man das Baby packt und sich um den Oberkörper legt. Darin liegt das Kind warm und die Mama kann den Rest des Tuches zum Verdecken der Brust nutzen.

Im Spätsommer war ich auf der Rückreise von einem Kurztripp. Ich war allein unterwegs. Morgens hatte ich mich sehr zurückgehalten, was den Konsum von Kaffee und anderen Nierenanregenden Getränken betrifft. Ich wollte nämlich zügig nach Hause und möglichst nicht pausieren müssen. Schon gar nicht wegen einer vollen Blase.
Aber es kam, wie es kommen musste. Nach nicht mal einer Stunde Autofahrt meldete sich meine Blase. Wäre ich auf der Autobahn gewesen, hätte ich noch die Chance auf einen Parkplatz mit WC gehabt, auf Landstraßen ist das fast unmöglich. Einen Parkplatz ohne WC habe ich passiert und nicht angefahren, weil er stark von LKWs frequentiert war. Und ne, auf blöde Sprüche von LKW Fahrern, die einem beim pullern in den Wald zusehen, hatte ich keine Lust.
Kurz bevor ich auf die Autobahn auffahren musste, habe ich mich entschieden. Das Risiko, mit voller Blase auf die Autobahn zu fahren und im Stau zu stehen, war mir zu groß. Ich bin von der Bundesstraße abgefahren in eine schmale Seitenstraße, die sich im weiteren Verlauf in Richtung Wald verzweigte. Im Großen und Ganzen war die Gegend wilde Pampa. Außer zwei Autobahnen, einer fetten Bundesstraße und jede Menge Wald, gabs da nicht viel. 
Okay, am Ende der Straße, die ich mir ausgesucht hatte, stand ein Haus. Aber die Zufahrtsstraße dorthin habe ich gemieden und mich zum Zwecke der Erleichterung für eine kleine Seitenstraße daneben entschieden. Meine Blase tobte.
Ich habe mein Auto mitten auf den Weg gestellt, so dass ich gut abgeschirmt zur Bundesstraße war. Mein Hinterteil guckte durch einen lichten Baumbestand Richtung Haus - aber das war gute 300 Meter weg, das war mir Wurscht. So saß ich da mehr oder weniger "mitten uff der Gass" und pullerte.
Ich muss Ihnen nicht erzählen, wie eine lange unter Spannung stehende Blasenmuskulatur reagiert, wenn man sie dann endlich entspannen kann, oder?
Yep. Egal, was passiert, die Blase lässt sich nicht mehr überreden, noch vorhandenen Urin zurückzuhalten und den Pullervorgang abzubrechen. Man kann dann nur "leer" pullern. Selbst wenn plötzlich ein Auto vor einem steht, in dem offensichtlich der Förster sitzt, der just in diesem Moment den geschotterten Waldweg befahren möchte, auf dem man breitbeinig hockt. Und nicht nur das er da stand. Er hätte ja auch galanterweise ein Stück zurückfahren und dort dezent warten können.
Hat er aber leider nicht. Er hat Kino geguckt. Den Arm lässig am Fenster angelehnt, guckte er mir grinsend zu, wie ich pullerte. Wissen Sie, wie lange Sie im Schnitt pullern? Bestimmt keine dreißig Sekunden. 
Bei mir hörte es nicht auf. Es lief und lief. Gefühlt deutlich länger als sechzig Sekunden. Und der Förster grinste.

Ich bin selten neidisch auf männliche Attribute. Aber das war der Tag, an dem ich verstand, was Penisneid bedeuten könnte.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Sonntag, 2. Dezember 2012

1. Advent 2012

Ich wünsche Ihnen einen schönen ersten Adventssonntag. Genießen Sie die Ruhe und Beschaulichkeit - sofern Sie eine Chance dazu haben.


Wenn bei Ihnen Trubel ist und alles zusammen zu stürzen scheint, dann kochen Sie sich einen Tee (oder trinken einen Schnaps ...)  und zünden sich eine Adventskerze an. Versuchen Sie, innerlich einen Schritt zurückzutreten und das Chaos in Ihrer Wohnung oder Ihrem Leben von außen zu betrachten. Vielleicht schaffen Sie es, die Situation zu entschärfen - oder plötzlich zu genießen, dass bei Ihnen das pure Leben tobt. Und denken Sie dran: mit einem Lächeln geht alles leichter!

Liebe Grüße, Ihre Sia

Samstag, 1. Dezember 2012

Martina Gerke unter Plagiatsverdacht

So, nun hat also sowohl der Verlag von Frau Kinsella (Goldmann), also auch der Verlag von Frau Gercke (MVG-Verlag) die Reißleine gezogen.
Das Buch "Holunderküsschen", dass in der PDF Datei des MVG-Verlages zwischen "Was ich als Kind dachte" und "Hunde und Katzen würden länger leben, wenn ..." angeboten wird, ist erstmal vom Markt. Gestoppt wurde es augenscheinlich, weil auch für dieses Buch Plagiatsvorwürfe vorliegen: Klick
Und ähnlich, wie bei "Champagnerküsschen", wird auch hier ein Buch von Sophie Kinsella als Original herbeigezogen. Nun waren auch diese Vorwürfe nicht neu, schon im Sommer gab es unter den unglaublich vielen positiven Bewertungen auf Amazon einige, die die Autorin der Abschreiberei bezichtigten. Allerdings ohne wirklich einen Beweis für diese Behauptung anzutreten.
Jetzt sind jedenfalls alle E-Books vom Markt und das Taschenbuch gibts auch nur noch aus zweiter Hand. Als ich das gestern Abend bemerkt habe, war ich ziemlich schockiert. Oder besser gesagt, ich war fassungslos. Fassungslos über die gesamte Entwicklung dieses Buches. Ich versuche mal, Ihnen zu beschreiben, was ich über das Jahr hinweg bezüglich "Holunderküsschen" wahrgenommen habe. Seit November letzten Jahres habe ich die Entwicklung nämlich ziemlich genau beobachtet.
Ich habe das Buch im November 2011 gekauft und den Schreibstil von Frau Gercke habe ich gemocht - auch wenn ich das Buch insgesamt nicht gut fand. Ich war überrascht, welchem Erfolg sie hatte. Mein Buch ist Anfang Januar 2011 auf den E-Book Markt gekommen, da war Frau Gercke schon auf den ersten Rängen gut gebucht. Nach und nach trudelten Rezenzionen ein, über deren jubilierende Inhalte ich mich manchmal wundern musste. Dann und wann habe ich mich gefragt, ob ich das gleiche Buch gelesen habe ...
Frau Gercke ist wie eine Rakete durchgestartet, und zwar so sehr, dass im Frühsommer die ersten Zeitungen auf diesen Erfolg aufmerksam machten. Bei den Literaturbloggern war sie ohnehin schon bekannt und wurde z.T. hysterisch belobigt. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Rezensionen. Ich habe oft schmunzelnd vor dem Rechner gesessen und mit mir selbst gewettet wie lange es diesmal dauern würde: kam nämlich eine 1Stern oder 2Sterne Rezension, dann dauerte es maximal einen Tag bis wieder ein "Jubelperser" an die Reihe kam und dem Werk einen hohen Unterhaltungswert attestierte und man sich bei der Lektüre "vor Lachen nicht mehr eingekriegt hat..."
Frau Gercke hatte mittlerweile einen Verlag gefunden und im Juli erschien das Taschenbuch. Ich war neidisch. Nicht missgünstig. Aber neidisch. So einen Erfolg hätte ich auch gern gehabt. Ich dümpelte mit Rheingau-Roulette im Juli irgendwo unter ferner liefen. Ich konnte mich nur damit trösten, dass ich überhaupt noch mit einer Zahl im Ranking aufgetaucht bin. Von dem Erfolg von Frau Gercke war ich fasziniert. Natürlich auch frustriert, weil mir das Buch nicht so gefallen hatte. Aber ich war immer der Überzeugung, dass die Frau bei so einem Erfolg einiges Richtig gemacht haben muss. Sonst hätte sie nämlich ebenso wie ich auf den hinteren Rängen der Charts ihr Dasein fristen müssen.

Nun ist die weitere Entwicklung wohl bekannt. Angeblich soll "Holunderküsschen" verfilmt werden. Das neue Buch "Champagnerküsschen" ist erschienen und es dauerte nicht lange, bis "AP" ihrem (ich vermute bei der Genre-Kenntnis einfach mal eine Frau dahinter) Frust Luft machte und Frau Gercke in einer Rezension Abschreiberei vorwarf. Und, falls Sie es genau wissen wollen, ich habe den ersten Kommentar auf diese Rezension hin geschrieben, und AP gebeten, diese Vorwürfe zu belegen oder es sein zu lassen. AP hat belegt. Und vier Wochen später ist der ganze Spuk um Holunder - und Champagnerküsschen vorbei und ich sitze abends fassungslos vorm Rechner und denke: "Frau, das gibts doch gar nicht."

Wie kann man sich selbst so etwas antun? Sie kann es doch eigentlich. Auch ohne diese paar abgeschriebenen Zeilen. Und spätestens seit Guttenberg muss man doch wissen, dass abschreiben nicht gut gehen kann. Ich mag abkupfern nicht, aber trotzdem habe ich Mitleid und möchte derzeit nicht in der Haut von Frau Gercke stecken. Ich bedaure sehr, dass sich eine Indie-Autorin auf diesem Weg aus der positiven Wahrnehmung der Öffentlichkeit schießt.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia