Freitag, 30. November 2012

November 2012

Heute ist der letzte Novembertag in diesem Jahr.

Ist das etwas Besonderes? Ja und Nein.
Es ist nichts Besonderes, weil es auch im nächsten und übernächsten Jahr einen letzten Novembertag geben wird. Jedenfalls nach dem heutigen Stand der Dinge. Für unsere Familie ist  das Besondere heute,  dass unser Sohn sein erstes "Konzert" geben wird.

Okay. Sagen wir so: im Rahmen einer Mini-Veranstaltung wird er drei Lieder spielen. Das dritte Lied darf er nur spielen, wenn er geübt hat.
Man sollte es nicht meinen, aber diese Aussicht hatte tatsächlich zur Folge, dass er nur halb soviel gemotzt hat als gewöhnlich, wenn er üben sollte.

Insgesamt scheint mein Kind ein Faible für die Bühne zu haben. Neben den üblichen Berufswünschen, die so kursierten, gehört seit neuestem "Schauspieler" dazu. Dieser Berufswunsch wurde eindeutig von Daniel Radcliff (Harry Potter) ausgelöst.
Tja, was soll ich sagen? Ich kann es gut verstehen, schließlich habe ich mich selbst lange genug mit diesem Berufswunsch geplagt. Auch wenn ich heute weiß, dass ich in diesem Beruf vermutlich nicht glücklich geworden wäre.
Aber als Motivation ist dieser Berufswunsch super. Man kann seinem Kind sofort beibringen, was auch für andere Jobs ( und das Leben) wichtig ist. Empathie. Zuverlässig- und Verbindlichkeit. Gruppenfähig sein, Selbstbewusstsein entwickeln. Ordentlich sprechen. Viel Lesen. Dinge merken (ohne Hilfsmittel). Ausdruck von Gefühlen lernen und erfassen und so etwas wie Sport, um seinen Körper fit zuhalten.

Es gibt unendlich viele Dinge, die man als Schauspieler können muss, um in dieser Welt sein Auskommen zu finden. Und als Mutter werde ich das gnadenlos ausnutzen:
"Du willst Schauspieler werden? Okay. Schauspieler müssen viele Sportarten können, damit sie gute Jobs kriegen. Also wirst du das Judotraining nicht absagen."
"Du willst Schauspieler werden? Okay, Schauspieler müssen oft in anderen Sprachen Filme drehen. Also wirst du diese englischen Vokabeln noch mal üben müssen."
"Du willst Schauspieler werden? Okay. Schauspieler müssen mehr können, als nur sprechen. Du wirst dich jetzt also ans Keyboard setzen und üben."

Auf der anderen Seite sind ja Berufswünsche wie Astronaut, Forscher und Architekt noch immer nicht ganz ausgeräumt. Auch da könnten wir ab den höheren Klassen richtig gut mitarbeiten.
"Du willst Astronaut werden? Okay. Dann musst du gut in Physik sein. Mathe sowieso. Und neben Englisch solltest du noch Russisch und Chinesisch lernen."

Berufswünsche von Kindern sind einfach toll als Erziehungsansätze für Eltern.
Ich freue mich schon auf den Tag, an dem mein pubertierendes Kind mir erzählt: "Ich werde Schlagzeuger " - um mir deutlich zu machen, wie wichtig es ist, überall und laut (!) mit allem, was man wie einen Drumstick nutzen könnte, herumzutrommeln.
Oder, noch besser: "Ich werde Computerfachmann, deshalb muss ich nächtelang am Computer daddeln."

Ich sagte es bereits. Ich freu mich drauf...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Donnerstag, 29. November 2012

Alle Jahre wieder

beginnt der Stress der Weihnachtszeit mit Einkaufen.

Ich bin ja manchmal sehr lästerlich, was das männliche Geschlecht angeht - ohne den Herren der Schöpfung wirklich etwas Böses zu wollen. Vor ein paar Jahren hat mich mal ein Kollege als "Emanze" beschimpft. Das heißt, er meinte es als Beschimpfung. Ich fand damals, wenn er registriert hat, dass ich mich nicht von einem Anhängsel zwischen den Beinen beeindrucken lasse, dann habe ich etwas richtig gemacht.
Eigentlich kann ich Männer ganz gut leiden. So im Allgemeinen. Ausnahmen gibt es selbstverständlich. Aber das werde ich jetzt nicht weiter ausführen.

Schwierig wird es jetzt wieder mit den Kerlen beim Einkaufen. Sie können sich sicher erinnern, ich plädiere ja für Übungseinheiten über das Jahr hinweg, bevor Männer in den Einkaufstrubel vor Weihnachten geschickt werden. Hier können Sie es nachlesen: Klick und Klick

Letzte Woche war es dann soweit. Mir fielen die ersten gestressten Männer beim einkaufen auf.
Sie kennen das sicherlich, da tobt jemand durch den Laden und Sie sind innerlich schon immer auf der Flucht. Irgendetwas an diesem Menschen signalisiert schon von weitem: Besser mal Abstand halten.
So gings mir mit diesem Mann. Er schien desorganisiert, rannte hier und da ans Regal, konnte sich nicht entscheiden. Packte Dinge in den Wagen, räumte sie wieder aus -  und ich beobachtete das unkoordinierte Verhalten aus den Augenwinkeln. Irgendwie schien dieser ältere Mann immer in meinem Dunstkreis zu sein.
Irgendwann stand ich vor Drogerieprodukten und war so vertieft in die Zutatenangaben eines Produktes, dass mein peripheres Sehen ausgeschaltet war und ich die drohende Gefahr nicht wahrnahm. Er quatschte mich an.
Die Zeiten, in denen mich junge Männer mit Fragen zu einem Produkt im Laden anquatschten, weil sie mich "eigentlich" anquatschen wollten sind offenbar vorbei. Mich sabbeln nur noch ältere Herren an, die mich im Normalfall fragen, was da auf dem Produkt drauf steht. Früher habe ich das nahtlos beantworten können, dann kam die Zeit, in der ich meine Brille zücken musste und heute lasse ich meinen Sohn antworten ... Egal. Also, der Mann quatschte mich an. Er hielt mir ein Kombiprodukt Shampoo-Showergel unter die Nase.
Ich erwartete nun die Frage nach: "Was steht da drauf?". Aber das kam nicht. Sondern er fragte: "Da steht "Shampoo" drauf. Kann ich das zum Haarewaschen nehmen?"
Und ich muss sehr irritiert geguckt haben. So sehr, dass er sich genötigt fühlte, seiner Frage eine Erklärung hinterher zu schieben: "Meine Frau ist vorletzte Woche gestorben und jetzt muss ich allein zurechtkommen. Das ist alles so schwierig."

Ich habe ihm seine Frage beantwortet. Natürlich. Und ich hatte auf einmal Mitleid. Da denkt man über alles Mögliche nach, was der Partner nach Eintritt des eigenen Todesfalles wissen müsste. Aber das man "Shampoo" zum Haare waschen benutzt, vergisst man zu erzählen.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Mittwoch, 28. November 2012

Ankunft (Advent)

Ich war im Garten und habe vorweihnachtliche Ordnung geschaffen. Obwohl es regnet draußen. Und obwohl ich gar keine Lust  auf Garten hatte - obwohl ich zugeben muss, "Lust haben" auf Gartenarbeit ist für mich ein Widerspruch in sich.

Obwohl ich schöne Gärten liebe. Noch mehr würde ich einen freundlichen Gärtner lieben.... So einen Netten, mit Gartenhut, grünem Daumen und vielleicht einem Hang zur Imkerei. Da kommt wieder die Enkeltochter des Försters und Imkers durch. Mein Opa war nämlich so ein Mann. Der hat den ganzen Tag im Garten vor sich hin gearbeitet. So ordentlich sah alles aus. Seine Bienen brummten durch den Garten und wenn es ans Waben ausschleudern ging, saß ich neben der Zentrifuge und habe den Geruch von Bienenwachs und Honig im Raum geliebt. Der erste goldgelbe Strahl, der aus der Öffnung floss, sah immer aus wie flüssiger Bernstein.
Wir hatten jede Menge Obst - drei Sorten Äpfel, Erdbeeren, Quitten, Zwetschgen, Pfirsiche, Süßkirschen, Sauerkirschen, Stachelbeeren und Johannisbeeren in drei Farben. Bestimmt habe ich noch die eine oder andere Sorte vergessen. Kartoffeln, Spargel, Möhren - auch beim Gemüse war die Auswahl groß. Und leider musste man auch als Kind bei einem großen Garten und einer großen Familie immer mithelfen ...
Ich habe die Gartenarbeit schon damals gehasst. Aber die frischen Sachen habe ich gern gegessen ... Und wenn ich ehrlich bin: es ist für mich heute noch besser, Unkraut zu jäten, weil ich die Früchte dieser Arbeit nachher essen kann, als einfach nur Unkraut zu jäten, damit der Vorgarten danach schön aussieht.
Bestimmt drei Wochen habe ich dann auch für den Entschluss gebraucht. Und heute habe ich es endlich geschafft: Ich habe den Vorgarten aufgeräumt.
Die Stängel der Sonnenblumen entfernt, die Stockrose abgeschnitten und der Samen noch großflächig verteilt in der Hoffnung, dass sich eines der kleinen Blättchen vielleicht niederlässt und Wurzeln schlägt.

Wenn es wirklich am Freitag schneit, dann werden die restlichen Überbleibsel, die ich noch nicht entsorgt habe, freundlich überdeckt. Letztes Jahr wollte ich zu Weihnachten keinen Schnee. Ich war die langen Winter der Vorjahre so satt. Dieses Jahr freue ich mich wieder drauf und dann kann er kommen, der Advent!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Dienstag, 27. November 2012

Carla Bruni-Sarkosi

ist doof. Angeblich hat sie gesagt, frau braucht heutzutage keine Feministin mehr zu sein. 
Und sie ist ja so bürgerlich. Sie liebt es, jeden Tag das Gleiche zu tun.
Würde sie es auch lieben, wenn es nicht shoppen, ein bisschen singen oder einfach dummes Zeug in jedes unter die Nase gehaltene Micro sabbeln wäre?
Ich stelle sie mir gerade als Putzfee im Klo von Karstadt vor. Jeden Tag das Gleiche tun. Na, wollen wir doch mal sehen, wie so ein Morgen auf der Toilette aussieht.
Carla, mit den am Hinterkopf frisch zusammengetackerten fahlen Hautlappen des Gesichts, zieht sich einen kleidsamen hellblauen Kittel über, die zarten Füße schlupfen in elegante Sicherheitsschuhe, die für Feuchträume geeignet sind und die Hände werden von dem zarten Latex der (passend zum Kittel) quietschgelben Handschuhe umschlossen. Mit einem Lächeln ihrer botoxverformten Lippen wischt sie mit unbändiger Freude die Toilettensitze ab, freut sich über Kot-, Urin- und Blutreste am Beckenrand und wünscht sich nichts mehr, als das jeden Tag zu tun. Das nachfüllen von Seifenlauge, Toilettenpapier und Einmalhandtüchern ist eine mentale Herausforderung, schließlich muss man da verschiedenen Handgriffe koordinieren und möglicherweise sogar denken. (Also denken im Sinne von: da ist etwas leer, da muss was hinein).

Wie blöd muss man eigentlich sein, wenn man solche Sprüche raushaut? Als ob Feminismus etwas wäre, dass man "nicht mehr nötig" haben könnte. Ich zitiere mal aus Wikipedia, damit Sie wissen, was wir heute nicht mehr nötig haben:

Feminismus (abgeleitet aus dem französisch féminisme, vom lat. Wortstamm femina ‚Frau‘) ist das Bekenntnis zur politischen, ökonomischen und sozialen Gleichheit der Geschlechter.

Weil wir heute hier in Europa in mehr oder weniger geregelten Verhältnissen leben, brauchen wir keine Demokratie mehr, oder was? Ich vermute, bei der letzten Sitzung beim Schönheitschirurgen wurde nicht nur ein Facelift gemacht. Mein Verdacht ist, ihr Schädel wurde vollentkernt. Jetzt ist da nur noch Botox-Grütze drin ...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Montag, 26. November 2012

Die Müdigkeit des Wochenendes

lässt mich leider auch heute morgen noch nicht los.

Wie war denn ihr Wochenende? Haben Sie am Freitag "The Voice" geguckt und ihrem Kandidaten die Daumen gedrückt? Oder haben Sie mit Sebastian Vettel mitgefiebert? Oder vielleicht den gestrigen Abschluss der diesjährigen "X-Factor" Staffel gesehen?

Ich hatte an diesem Wochenende alles. Das volle Programm. Und noch viel mehr. Wellness, Sekt und gute Unterhaltung. Die Mädels-Truppe, mit der ich verreist war, war unkompliziert und sehr, sehr lustig.
Der einzige Wehrmutstropfen war ein fehlendes Kabel, deshalb konnten wir leider keine Karaoke-Session machen. Aber das werden wir bestimmt mal nachholen. Nicht, weil wir so großartige Stimmen haben, nein nein. Aber wir hätten sicher Spass. Bestimmt. Auch wenn wir niemals so singen könnten, wie die Finalisten von X-Factor und beim Singen sicher mehr Alkohol zu uns nehmen würden, als es diese Sänger tun.
Für mich waren Mrs. Greenbird und Melissa Heiduk die Kandidaten, die es auch verdient hatten, am Ende zu stehen. Sie haben mich begeistert, und ich hätte mich nicht zwischen den Beiden entscheiden können. Gestern hat mir Melissa Heiduk viel besser gefallen als Mrs. Greenbird, aber das war auch schon mal genau anders herum. Und das Endergebnis ist nunmal zugunsten von Mrs. Greenbird ausgegangen. Herzlichen Glückwunsch! Jetzt drücke ich beiden Finalisten die Daumen, dass es keine Eintagsfliegen sind, sondern dass das Finale gestern wirklich der Start in eine große Künstlerkarriere war.
Und Ihnen, liebe LeserInnen verspreche ich jetzt, dass ich mich nach einem kurzen Frühstück an meinen Roman setze und an meiner großen Schriftstellerkarriere arbeite!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Freitag, 23. November 2012

E-Books auf Amazon

Die derzeitige Bestsellerliste der Kindle-E-Books spricht für sich. Eine Jungautorin, deren Bücher ähnlich enthusiastisch in den himmelblauen Himmel gelobt werden, wie die von Frau Gercke.

Vielleicht sollte man bei dem einen oder anderen Werk eine Altersangabe für die Leserschaft hinzufügen. 
Die  besagte Autorin erzählt eine Geschichte von zweien, die sich kriegen. Natürlich, das sollen sie ja auch, das ist normal in Liebesromanen. Aber manchmal kann es auch einen kleinen Tick zuviel des Guten sein, auch wenn es im Großen und Ganzen nett erzählt ist.

Der Held ist ein "Nehmer" vor dem Herren. Was der sich von der Angebeteten alles antun lassen muss ... ich für meinen Teil hätte mich spätestens nach der zweiten Abfuhr getrollt. Wer nicht will, der hat schon und sich jemandem aufdrängen, der einen so fies und eiskalt abblitzen lässt? Irgendwie verstehe ich diese Haltung des "Hinterherlaufens" nicht. Habe ich übrigens auch schon als Jugendliche nicht verstanden. Entweder es passt, oder eben nicht. Aber - na gut. 
Vielleicht muss man als Mann in diesem Genre ein Mann mit Jagdinstinkt sein. Der Urzeit-Jäger, dessen Gene da in die Präpubertäre Phase eines Studenten durchhauen und der nur ein Kerl ist, wenn er die Braut trotzdem rumkriegt und in die Höhle schleppen darf. Als 16 jähriger Teenie hätte ich diese Bücher geliebt. Als Erwachsene denke ich: "Oje. Noch ein bisschen mehr Gezicke der angebeteten Dame ertrage ich nicht mehr."
Und ich stehe auch nicht mehr so auf Kerle, die ein deutliches "Nein" immer noch für ein "Vielleicht" halten. Leider passen die Charaktere dieser Bücher genau in dieses Schema.
Stellen Sie sich das doch bitte mal im realen Leben vor: da macht Ihnen jemand Avancen, den sie nicht mögen. Und der Kerl hört nicht auf damit, auch wenn sie dreimal "Nicht mit dir!" sagen.
Wissen Sie was ich täte? 
Ausrasten.
Aber das Mädel lässt sich weichkochen. Weil der Typ ja doch ein ganz Charmanter ist. Und Mädels eben Mädels sind. Jedenfalls wenn sie sich noch im Altersrange bis 25 befinden. Danach sollte man es gelernt haben...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Donnerstag, 22. November 2012

Phallus

So sieht ein "Aufregerphallus" aus:





Das ist die Detailaufnahme.


Hier habe ich einen etwas größeren Ausschnitt gewählt.


Und hier ist der Tagesverlauf.


So sahen gestern die Zugriffsausschläge auf meinem Blog aus. Das habe ich meinem kleinen "Update" zu verdanken. Wenn ich so weiter mache, dann verlasse ich bald den Rahmen des klassischen "Hausfrauenblogs".
Ob ich das überhaupt will? Ich muss darüber nachdenken. 
Als ich mir gestern vor Augen geführt habe, wie es Frau Gercke zur Zeit gehen könnte, die sich mit Vorwürfen konfrontiert sieht, die man als Autor ganz bestimmt nicht haben möchte, da dachte ich so bei mir: vielleicht ganz gut, noch im Stillen zu werkeln. Sich als "Durchstarter" auf einem so sumpfigen Terrain wie dem Buchmarkt oben zu halten, den Missgünstigen die Stirn zu bieten und die wohlwollenden KritikerInnen (so wie mich) auszuhalten - das ist für eine Überraschungserfolgreiche vielleicht schwieriger, als wenn man sich in kleinen Schritten in die breitere Öffentlichkeit vortastet. 
Der nächste Schritt ist also, dass mein Blog das Hausfrauendasein verlässt. Ein bisschen traurig ist das schon.
Naja. Wenn ich dann mal bei Wetten dass auf der Couch sitze (vorzugsweise neben einer Schauspielgröße, wie Christoph M. Ohrt, oder einer Sängerin wie Ina Müller), um mein nächstes neues Buch zu bewerben, dann werde ich sehnsüchtig an meine kleinen Schreibereien zurückdenken und mir ebenso sehnlich wünschen, ich säße zuhause auf der Couch und würde meinen Wein in der Gesellschaft eines kleinen Schreihalses und des dazugehörigen Papas trinken.
Wie manns macht, isses verkehrt, würde meine Mutter jetzt sagen. Oder: du kannst den Kuchen nicht aufessen und behalten. Ne. Kann ich nicht. Aber ich kann nochn bisschen rumkrümmeln und hoffen, dass ein bekannter deutscher Schriftsteller mit seiner Aussage Recht hat: Wenn Sie auf der Straße erkannt werden wollen, dann sollten Sie nicht Schriftsteller werden. Das käme mir sehr entgegen.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Mittwoch, 21. November 2012

Update zu

Gestern

habe ich Martina Gercke und ihr zweites Buch "Champagnerküsschen" erwähnt.
Die Sache (Plagiats-Vorwürfe) weitet sich aus und es beginnen die Anzeichen einer Internet-Hexenjagd. Mittlerweile wird ihr sogar vorgeworfen, bei ihrem ersten Buch, "Holunderküsschen" bei anderen Autoren abgeschrieben zu haben. Allerdings sind diese Vorwürfe nicht durch Zitate belegt.

Wurde die "Indie" Autorin bisher von unerhörtem Erfolg (den ich bei allem Respekt für die Autorin und Kenntnis von Holunderküsschen trotzdem nicht recht nachvollziehen konnte...) und Sympathie getragen, kommen jetzt die anderen zu Wort, die, die kein Erbarmen kennen und anfangen in den Krümmeln anderer Bücher zu suchen.
Natürlich muss man den Plagiats - Vorwürfen nachgehen, keine Frage. Aber das sollte man doch bitte ohne diese Gekeife von "Ich habs schon immer gewusst" tun.

Ich hab gerade echt ein bisschen Mitleid mit Frau Gercke. Da bricht etwas über sie herein, mit dem sie vermutlich nicht gerechnet hat.

"Platzverbraucher"

Kennen Sie diese Sorte Menschen?

Diese Menschen verbrauchen unglaublich viel Platz im öffentlichen Raum und es ist unabhängig davon, wie groß oder welchen Geschlechts  sie sind. Es gibt zwei Sorten von Platzverbrauchern. Die einen nutzen diverse Anhängsel, wie Taschen, Regenschirme, Koffer, Einkaufswagen oder Einkaufskörbchen um Platz zu verbrauchen. Und es gibt die, die diese Hilfsmittel nicht nötig haben und es nur mit den Eigenmitteln schaffen, unangemessen viel Raum einzunehmen.
Meistens trifft man sie dort, wo der zur Verfügung stehende Platz limitiert ist. Auf engen Bürgersteigen. In kleinen Einkaufsläden und auf engen Treppen.

Ich rede bei Platzverbrauchern (abgekürzt PV)  nicht von normalen Menschen, die mit Kinderwagen oder Einkaufswagen durch die Gegend pesen. Nein, die meisten Menschen sind trotz dieser größeren (oder ähnlichen) Anhängsel keine Platzverbraucher. Ich spreche auch nicht von den Menschen, die eine dominierende Präsenz aufgrund ihrer Persönlichkeit haben. PVs haben i.d.R. keine "innere" Präsenz. Sie verschaffen sich den Platz mit anderen Mitteln.

Wenn man das Pech hat, neben einem dieser PVs zu stehen, dann muss man leiden. PVs haben kein Gespür für Abstände vor, hinter oder neben sich. Als Platznachbar eines PVs müssen Sie jederzeit bereit sein, einem wilden Ellenbogen, außer Kontrolle geratenen Füßen oder anderen ungezügelten Körperteilen auszuweichen. Sollten die Körperteile für das wilde Platzverbrauchen nicht mehr ausreichen, greifen diese Leute gern auf die oben benannten Hilfsmittel zurück. Der Schal, der der Hinterfrau enthemmt um die Ohren geschmissen wird, die Regenschirmspitze, die dem neben einem stehenden Kind liebevoll in den Fuß gebohrt wird, oder der Einkaufswagen, der dem Vorgänger in die Knochen gejagt wird.

Platzverbraucher sind Nervensägen. Genauso wie die Distanzverkleinerer. Aber über die erzähle ich ein anderes Mal.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Dienstag, 20. November 2012

Von den Schwierigkeiten ein zweites Buch zu schreiben

und wie andere Neu-Autoren damit (möglicherweise) umgehen.

Ich habe ein Buch geschrieben und sitze an meinem zweiten. Man könnte es als "Fortsetzung" betrachten, muss es aber nicht.
Das zweite Buch birgt einiges an Schwierigkeiten, über die man beim ersten noch nicht so nachdenkt. 
Die ursprüngliche Geschichte hat sich mir förmlich aufgedrängt und ich habe sie aufgeschrieben. Der Plot an sich stand, bevor ich mit dem Ausarbeiten einzelner Szenen begonnen habe. Beim zweiten Buch ist es schwieriger. Zunächst muss der Plot an sich stimmig sein. Welche Personen erleben was, wie und vor allem, wie passt das in den personellen, zeitlichen und räumlichen Kontext, den ich in meinem ersten Buch erschaffen habe?
Neben diesen grundlegenden Dingen, die die Geschichte an sich betreffen, wird im zweiten Buch deutlich, wie gut man seine Charaktere im Griff hat. Sprechen sie tatsächlich eine individuelle Sprache? Sind es tragfähige Charaktere? Glaubhaft? Habe ich sie gut genug ausgearbeitet, um eine weitere Geschichte von ihnen und über sie zu erzählen?
All das sind Fragen, mit denen ich mich während des Schreibens herumschlage. Den Plot habe ich mehrfach geändert. Er gefällt mir an einigen Punkten noch immer nicht, und das hemmt meinen Schreibfluss. Aber ich weiß, diese Auseinandersetzung muss sein, damit ich am Ende das habe, was ich will. Darüber sorge ich mich nicht.
Ich stehe unter Zeitdruck. Aber auch das ist okay. Vielleicht muss es auch so sein, damit ich mich nicht verzettele. Mein Lektorat wartet, und meine Leser natürlich auch. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie oft ich in den letzten Wochen gesagt habe: ich arbeite dran. Aber manches Ding braucht eben auch seine Zeit. Ich möchte es gut machen, daher kann ich nicht schreiben, wenn ich nicht schreiben kann. Mein gesetztes Ziel, die Veröffentlichung vor Weihnachten kann ich möglicherweise nicht halten - obwohl ich mich von dem Termin noch nicht ganz verabschiedet habe. Und so muss ich eben kämpfen, um meine Ziele zu erreichen.
Auf Amazon steht mein Buch natürlich in Konkurrenz zu anderen E-Books. Wenn ich also eine Reihe von Büchern betrachte, die etwa im gleichen Zeitraum wie meins erschienen sind und höchst erfolgreich sind, dann bin ich schon etwas neidisch. Vor allem, wenn ich die Bücher kenne und den Hype, der darum gemacht wird, nur bedingt nachvollziehen kann.
Noch neidischer werde ich, wenn diese Autorinnen bereits das zweite Buch auf den Markt werfen, während ich noch mit den Grundlagen des Plots kämpfe.

Aber wo schnell geschrieben wird, da wird wohl auch mal abgeschrieben. So ist jedenfalls die Rezension eines Lesers zu bewerten: Champagnerküsschen
Nein. So nicht. Da kämpfe ich lieber noch ein bisschen!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Montag, 19. November 2012

Angebot und Nachfrage

Ich habe am Samstag auf dem Bücherflohmarkt gesessen und das erste Mal von Momox.de gehört. Das ist ein Internetportal, das Bücher und andere Medien ankauft. Sie geben die ISBN ein und bekommen dann ein Angebot für das Buch.

Der Flohmarkt hat nicht wirklich floriert. Das verkaufen über dieses Portal war eine Überlegung, um die Bücher, die das heimische Regal nicht mehr belasten sollen, loszuwerden.
Nach den ersten Recherchen musste ich dann jedoch feststellen, dass ich auf dem Flohmarkt trotz schlechter Geschäfte glücklicher bin. Es ist einfach spannender, wenn jemand am Tisch vorbei geschlendert kommt und zunächst ganz harmlos auf dem Tisch herumstöbert. Aber hinter dem Tisch sieht man: da ist jemand gierig auf etwas Bestimmtes. Und nach drei angefassten Büchern, die langweilen, aber deren Preis abgefragt wird, kommt dann endlich der Griff zu dem Buch, dass man wirklich haben will. Die Anfragen vorher dienen nur der Taxierung des Verkäufers. Und dann gehts drum. 
Okay, manchmal hat man Pech und hat die Gier des Interessenten überschätzt,  bei der Anfrage nach dem Preis eines Schätzchens. Aber was solls. Kommt der nächste Kunde, hat man neues Spiel, neues Glück. Vorausgesetzt, es kommen Kunden ...
Im Internet habe ich für die Bücher auch am nächsten Tag den gleichen Preis angeboten bekommen. Ne. Da gehe ich lieber auf den Flohmarkt. Ich habe warm gesessen, es gab nette Gesellschaft, Kaffee und Kuchen und Würstchen. Was will man mehr (außer Kunden ...). Nächstes Jahr wird es sicher voller. Bestimmt. Und ich werde mich wieder anmelden.

Ich habe übrigens noch den Wert anderer Bücher aus meinem Schrank getestet, die ich nicht zum Verkauf anbieten wollte. Der beste Deal war ein therapeutisches Fachbuch aus dem Jahr 1999. Das Portal bot mir 5,68€ an. Auf den ersten Blick ein guter Preis. Da aber viele andere Bücher, die ich testweise eingegeben hatte, nur bei einem Angebot von 0,1€ lagen, bin ich hellhörig geworden. Warum soll so ein altes Fachbuch so gut bezahlt werden? Die Suche ergab: Es wird nicht mehr verlegt - es scheint aber noch eine Nachfrage nach diesem Buch zu geben.
Bei Amazon ist das Buch gebraucht zu erwerben: der günstigste Preis liegt bei 50€. Bei einem Online-Antiquariat wird das Buch mit 180€ gehandelt und auf einem internationalen Antiquariat wird es für 309€ angeboten.
Ich werde das weiter beobachten. Vielleicht sollte ich mich als Verkäufer auf dem internationalen Portal registrieren lassen. Ich hätte da noch einige Fachbücher aus dem Jahr 1999 ....

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Sonntag, 18. November 2012

Geschenke!

Ein Weihnachtskistchen:



Auf Wunsch signiert die Autorin auch.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Freitag, 16. November 2012

Letztes Jahr

zu Weihnachten hat mir eine Freundin einen Postkartenkalender geschenkt.

Postkartenkalender gibt es in hoher Anzahl. Mal mit wirklichen schönen Fotos, mal eine wilde Zusammenstellung alter Meister oder aber mit mehr oder weniger sinnvollen Statements zur allgemeinen Lebenslage. So einen habe ich bekommen.

Und wenn ich an meinem Schreibtisch sitze, dann schaue ich auf diesen Kalender. Der aktuelle Spruch heißt: "Wenn ich groß bin, werde ich Prinzessin!"
Natürlich ist rosa die dominierende Farbe auf diesem Kalenderblatt. Diesem Statement kann ich nichts abgewinnen. Ich würde meiner Tochter, die ich nicht habe, auch schwer davon abraten, Prinzessin zu werden.
Es gäbe für mich nichts schlimmeres, als Protokoll-konform leben zu müssen. Da hilft auch die Aussicht auf die schönsten Kleider nichts. Das ist übrigens der wahre Grund, warum ich damals Prinz Charles nicht heiraten wollte. Wenn ich ihn mir heute so ansehe, dann habe ich gut daran getan. Camilla passt schon besser zu ihm und zu seinen schwindenden Haaren. Da hilft auch das großzügige wachsenlassen der seitlichen Haarpartieen und das drapieren einzelner Strähnen zur anderen Schläfenseite nichts. Was in der Mitte weg ist, ist weg.
Mein Mann erzählte mir jetzt von einem Kollegen mit dem er sich über graue und nicht mehr vorhandene Haare unterhalten hat. Die Begründung, warum Haare ausfallen, fand ich sehr männlich: weil das Gesicht so schön ist und mehr Platz braucht!
Ja, die Kerle. Um eine Ausrede nie verlegen. Wer einen dicken Bauch hat, ist eben ein gestandenes Mannsbild, wer keine Haare hat, hat ein besonders schönes Gesicht und dass sie (fast) alles vergessen, was man ihnen aus dem Familienalltag erzählt, ist nicht Unachtsamkeit, sondern notwendige Psychohygiene.

Kommen Sie gut ins Wochenende! 
Ihre Sia

P.S. Wenn Sie morgen noch nichts vorhaben: 
am Samstag, den 17.11.2012 gibt es in der Mensa der Paul-Maar-Grundschule, Alt-Großziethen 42 in 12529 Schönefeld - Großziethen einen Bücherbasar von 10.00 bis 14.00 Uhr. 
Kommen Sie doch vorbei, wenn Sie mögen. Ich sitze auch dort an einem Tisch!

Donnerstag, 15. November 2012

Liebe LeserInnen,

ich bin etwas mitgenommen. Trotz Kaffee intravenös hängt mir das Glas Champagner (es war tatsächlich nur eins!) von gestern Abend noch in den Knochen, scheint mir. Ich bin insgesamt heute etwas verzögert.

Mögen Sie Champagner? Ich habe festgestellt, ich mag ihn nicht wirklich. Sekt trinke ich lieber. Möglicherweise habe ich noch nie wirklich guten Stoff gehabt, das möchte ich nicht ausschließen. Aber alles was ich an Champagner kenne, schmeckt muffig. Und obwohl ich trockene Weine und trockene Schaumweine/Sekt allen süßen alkoholischen Getränken vorziehe, empfinde ich Schampus oft als rauh und ungeschliffen und vor allem als zu sauer. Nicht als "sehr trocken" im Sinne von "nicht süß", sondern regelrecht sauer.
Als ob man einen schlechten Riesling zu einem schlechten Sekt gemacht hätte. 
Dabei wachsen in der Champagne so leckere Rebsorten: Chardonnay und Pinot Noir. Daraus kann man richtig gute Weine machen, da muss man die schönen Trauben nicht zu schlechtem Champagner verkorksen ... 

Vielleicht versuche ich den Rest der Flasche mit verschiedenen anderen alkoholischen Resten, die noch im Haushalt rumstehen, zu veredeln.

Limes hätte ich noch da. Ooops - da wirds dann aber morgen nichts mit bloggen. Sie erinnern sich? Limes kann fatale Wirkungen entfalten. Den muss man mit Bedacht trinken. Aber wenn ich so nach draußen schaue, dann ist mir momentan eher nach Tee mit einem kräftigen Schuss Strohrum. 

Dann kommt der Schampus eben in den Ausguss. Gestern haben wir schon eine Flasche verkorkten und leicht gekippten Rotwein hineingeschüttet. 
Wahrscheinlich sitzt ab morgen ne Gang von fetten Ratten im Rohr und wartet auf den nächsten alkoholischen Guss. Vorglühen nennt sich das dann, damit nach dem Ortswechsel in die Kneipen-Kanalisation das lange Warten auf die weggekippten Reste aus den Bier- und Weingläser nicht so freudlos ist.

Bei dem Gedanken daran schüttelts mich. Bin ich froh, dass ich keine Ratte bin.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Mittwoch, 14. November 2012

Verschwörungstheorien

Die bayrische Justizministerin lügt sagt ihrem Parlament nicht alles, was sie sagen müsste und der Berliner Verfassungsschutz hat Versager im Dienst, die zu archivierende Akten der NSU schreddern - was hat das miteinander zu tun? 

Die Situation der NSU erinnert mich an die siebziger Jahre und die RAF. Auch dort gab es Ermittlungspannen ohne Ende. Auch damals hat man etwas länger gebraucht, um festzustellen, dass es sich um Terroristen handelt, die mehrere Anschläge verüben werden und keineswegs um verstreute Einzeltäter. Noch länger hat man gebraucht, um die Fahndung nach den Mitgliedern der RAF zu professionalisieren. Aber im Falle der durch die NSU ermordeten Menschen handelte es sich ja um Immigranten - da waren die Mörder natürlich Einzeltäter. Musste ja. Kann ja auch gar nicht anders sein. Die hatten bestimmt mit ihrer (mitgebrachten) Mafia Ärger. Oder?
Ich habe mich in den vergangenen Wochen oft gefragt, ob es für die Bewertung und Klassifizierung von schweren Straftaten kein Profiling gibt. Ebenso, wie man für Serienkiller, die aus sexuellen Motiven Menschen ermorden, Profiler hat, muss es doch möglich sein, eine solche Vorgehensweise auch auf andere schwere Straftaten anzuwenden. Aber vermutlich ist es so, wie damals in München. Die GSG wurde erst nach dem Drama mit den vielen Toten ins Leben gerufen.
Die Erkenntnis, dass man in diesem Land nicht auf der von Extremisten verschonten Sonnenseite der Erde lebt, sollte sich eigentlich bis in die höheren politischen Ebenen durchgesetzt haben.

Die bayrische Justizministerin hat einen veritablen Skandal im Nacken, weil sie zu einem Fall vor dem Parlament Stellung nehmen sollte und offensichtlich nicht die (ganze) Wahrheit gesagt hat. Da hat ein (gewalttätiger) Ehemann seine Ex mitsamt ihrem Arbeitgeber (Hypo-Vereinsbank) beschuldigt, unzulässige und strafbewehrte Finanzdienstleistungen für Steuerbetrüger durchzuführen. Der Ex-Mann sitzt seitdem in der Psychiatrie, die Staatsanwaltschaft hat weder gegen die Bank, noch gegen die beschuldigten Angestellten Ermittlungen eingeleitet. Warum auch? Der Mann war ja schließlich nicht ganz ernstzunehmen, als jemand, der seine Frau schlägt und in der Psychiatrie ist - oder?

Eigentlich hab ichs ja nicht so sehr mit Verschwörungstheorien. Aber manchmal fällt es mir wirklich schwer an Zufälle zu glauben. 
Es gibt Tage, da frage ich mich, ob ein Justizminister nicht einmal zu oft mit dem Herrn Bankdirektor essen war. Oder ob einer der "Versager", die zuuuufällig, wirklich rein zuuuufällig nur die Akten rechtsradikal motivierter Taten geschreddert hat, ob der nicht vielleicht Gründe für diese Zufälle hatte.
Und dass man da den Verantwortlichen nicht mehr finden will kann, versteht sich von selbst. Das zuständige Personal hat zwischendrin sicherlich so häufig gewechselt, dass nun, nach zwei Jahren, nicht mehr nachvollziehbar ist, wer damals Abteilungsleiter war - und wer mit der Aufgabe, Akten zu schreddern beauftragt wurde. 

Ach. Manchmal kann ich gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.

Liebe Grüße. Sia

Dienstag, 13. November 2012

Seit einer Woche

hadere ich mit mir, ob ich dieses Thema in meinem Blog aufgreifen soll, oder nicht. Gerade, beim aufhängen der Wäsche, ging es mir wieder durch den Kopf. Und sofort wurde mir wieder schlecht. So schlecht, wie mir letzte Woche beim Frühstücken wurde. Gemäß meiner Erfahrung, das ich solche Dinge nur los werde, wenn ich sie thematisiere, erzähle ich Ihnen, um was es geht:

Ich las in der letzten Woche die Tageszeitung (Berliner Zeitung). An einem Morgen gab es zwei große Artikel. Beide über Missbrauch von Kindern. Und mir wurde so schlecht, dass mir das gerade gegessene Brötchen wieder hoch kam. Ausgelöst wurde die Übelkeit durch einen Satz, den ein Beschuldigter von sich gab: 
"Ich dachte, die mögen das."
Ein paar Seiten weiter der Artikel über ein Kinderbordell und eine Frau, die dort als 15jährige zur Prostitution gezwungen wurde und nun unter (Verleumdungs) Anklage steht, weil sie (und eine weitere Zeugin) Justizangestellte als angebliche Freier identifiziert hat. Meine Interpretation dieses Artikels ist: da hält jemand schützend die Hand über diese Männer. Aber das ist meine Einschätzung, die sicher durch meine persönlichen Erfahrungswerte genährt wird: das für Justiziarkollegen nicht sein kann, was nicht sein darf. Und Richter und Anwälte als Vertreter rechtstaatlicher Ordnung und als moralische Instanzen tun so etwas ja nicht. Oder?!

Und in mir kam alles wieder hoch. Das, was mir als Kind nicht nur einmal passiert ist, sondern häufig. Im Zug. Beim Schaufensterbummel. Auf dem Weg zur Freundin. Selbst durch Handwerker, die im Elternhaus zu tun hatten. Die sexuelle Belästigung durch "alte" Männer. Die Männer waren sicherlich nicht wirklich "alt". Bestimmt jünger als vierzig Jahre. Aber aus meiner damaligen Sicht waren sie uralt. Und ich mochte es nicht, wenn sie mir ihre dreckigen Geschichten erzählt haben. Und ich mochte es nicht, wenn sie versuchten, mich anzufassen. Und ich mochte es nicht, wenn sie sich in den Schritt fasten. 
Ich habe die Blicke gehasst, die mich veranlassten, die Straßenseite zu wechseln. Ich habe die Angst gehasst, die ich hatte, weil mir wieder so ein Schwein im Zug die miesen Fotos gezeigt hat. Und die Hilflosigkeit, die mich überfallen hat, weil ich mich nicht wehren konnte, habe ich gehasst. 
Diese Schuldgefühle.
Noch heute kann ich nicht allein ins Kino gehen. Das verdanke ich der Drecksau, die während des ersten Kinobesuch meines Lebens neben mir saß.

"Ich dachte, die mögen das."

Nein. Sie hassen es. Es ekelt sie an. Sie haben Angst vor solchen Typen und ihren fiesen Fingern. Ihnen bricht der Angstschweiß aus, wenn sie versuchen, sich gegen übermächtige Körper zu wehren und ihnen die Kraft dazu fehlt. Und sie brauchen Jahrzehnte, um darüber hinwegzukommen. Wenn sie es überhaupt schaffen, weil es manchmal nur einen gelesenen Satz braucht, um wieder das Entsetzen und die Angst eines kleinen Mädchens im Kinosessel zu fühlen.

Montag, 12. November 2012

Schon wieder ne neue Woche

Geht schnell im Moment, ne?

Kaum hat man die Herbstferien hinter sich gelassen, ist es Weihnachten. Die Zeit rast, habe ich das Gefühl. Und die Terminflut wächst im gleichen Tempo. Selbst wenn schon einige Weihnachtsessen in den November und den Januar verlegt sind - irgendwie habe ich trotzdem das gleiche Gefühl, wie im letzten Jahr: der Dezember stresst. Und weil man immer auf den letzten Metern so viel zu tun hat, habe ich beschlossen, etwas schon vorab zu tun: Ich habe mit der Sichtung der X-Mas Deko begonnen und ich habe gestern etwas umgesetzt, dass ich schon laaaange mal vorhatte.

Die Erste in der Siedlung zu sein, die Xmas Deko sichtbar im Fenster aufhängt .... Aber wenn ich ehrlich bin, ist mir dieser Coup wohl nur gelungen, weil die Nachbarn von diesem Wettlauf nichts wissen. 


Und ja: ich weiß, dass "man" eigentlich erst nach Totensonntag adventlich schmückt. Aber dieses Jahr ist mir das mal egal. Regnerisches Novemberwetter kann leicht depressiv machen (auch wenn hier gerade heftig die Sonne scheint) und da tun adventliche Lichtquellen einfach gut. 


In meiner Küche wohnt schon seit Jahren an der Lampe ein Engel. Auch außerhalb von Advent. Letztes Jahr Weihnachten ist ein Rentier zugezogen. Aber er hat gerade eine heftige Staubanlagerung, die er nicht in der Öffentlichkeit präsentieren wollte. Und der Engel verliert jedes Jahr etwas mehr Farbe. Tja. Alter geht eben an nichts und niemand spurlos vorbei. Noch nichtmal an Engeln...

Einen guten Start in diese Woche wünsche ich Ihnen!
Herzliche Grüße, Sia

Freitag, 9. November 2012

Gulasch mit Klößen

gibt es bei mir heute Abend.

Meine beiden Männer durften sich etwas zum Abendessen wünschen. Einhellig war die Entscheidung für Gulasch. Die Klöße sind ein besonderer Wunsch meines Sohnes, dem ich als "Gegenleistung" für diese Beilage das Essen von Salat aus den Rippen geleiert habe. Natürlich Feldsalat. Anderen ißt er ja nicht. Und Feldsalat auch nur "trocken", es sei denn, ich habe weiße Soße gemacht. Seufz. Natürlich werde ich für meinen Sohn weiße Soße dazu machen. Wenn schon ein kleines Festessen, dann auch richtig.

Ich kaufe Gulasch nie fertig geschnitten, immer nur als Rinderbraten, den ich anschließend kleinschneide. Fertig geschnittenes Fleisch hat oft "Knurpselstellen", die ich hasse. Wenn ich so etwas im Essen finde, muss ich mich sehr beherrschen, um mich nicht sofort zu übergeben. Bei mir reicht im Übrigen schon die Vorstellung davon. Schon beim "darüber schreiben" hebt sich mein Magen ... Und meinem Sohn gehts genauso. Der fängt schon an zu würgen, wenn "aromatischer" Käse nur zu sehen ist ... Die Vorstellung, wie es riechen könnte, wenn er ausgepackt ist, reicht aus.

Und so werde ich heute morgen einen Rinderbraten kaufen, das Messer wetzen und loslegen. Ich freu mich drauf. Ich werde laut Musik hören und, losgelöst von "Unproduktivem vor dem Rechner sitzen", etwas Solides zum Essen erschaffen. Und wenn ich das Messer so in der Hand habe, es ist ein schönes großes und scharfes Messer, dann werde ich über Gott, die Welt und Tod nachdenken. Die Gedanken werden wandern und es wird mir dabei einfallen, wie ich das nächste Problem im Buch lösen werde. 
Wie ich das in SIB II jetzt am Besten mache, mit der Leiche und so. Oder ob ich das Opfer aus taktischen Gründen nicht doch schwerverletzt überleben lasse. Hm. Über diese Variante werde ich etwas länger nachdenken (müssen). 
Nachdem ich beim Zahnarzt war. Da bin ich nämlich heute das (hoffentlich überlebende!) Opfer und ich hoffe sehr darauf, dass die Ärztin einen guten Start in den Morgen hatte und mich nicht quälen wird.

Auch Ihnen wünsche ich einen guten Start in den Tag und ins Wochenende. Genießen Sie den November mit einem schönen Tee und zünden sich dazu eine Kerze an. Vielleicht ergänzen Sie den Tee noch mit einem Stück Torte. Das hilft gegen die trübe Stimmung, glauben Sie mir!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Donnerstag, 8. November 2012

Übersetzungen II

Die letzten Tage habe ich mich ziemlich viel auf Amazon herumgetrieben und manches sehr fragwürdige Gebaren einiger "E-Book-Selfemade-Verleger" gefunden.
Unter anderem hat eine Frau dort ein Buch veröffentlicht, dass sie unter drei verschiedenen Titeln und Pseudonymen eingestellt hat. Wohlgemerkt, immer die gleiche Geschichte. Das I-Tüpfelchen war allerdings, dass sie diesen Roman,  diesen übelkeitserregenden Erguss, diese fürchterliche Schmonzette auch auf Englisch angeboten hat. 
Zunächst dachte ich mir nichts dabei, als ich die Inhaltsangabe las. Aber irgendetwas machte mich stutzig. Ich las sie ein zweites Mal. Ein drittes Mal. Es war es komisch.
Ich spreche nicht besonders gut Englisch. Mein passiver Wortschatz ist besser, als mein aktiver. Ich verstehe also mehr, als ich spontan sprechen kann. Und grammatikalisch bin ich eine Niete. Aber das Gefühl, dass das, was ich da lese, nicht mit dem Englisch zusammenpasst, das ich mal gelernt habe, ließ mich nicht ruhen.
Ich habe meinen Mann gefragt. Der kann Englisch, immerhin hat er lange genug in England gelebt. Und der warf einen Blick darauf und sagte: Was ist das denn für ein Englisch?
Mein Gefühl hat mich also nicht getäuscht. Neugierig habe ich im Internet nach mehr Informationen über diese Frau gesucht. Und gefunden. Sie ist bei einem Karrierenetzwerk registriert. Als Übersetzerin für Englisch und Französisch...
Und wenn Sie eine Idee haben wollen, von was ich spreche:

(Quelle: Amazon.de )

"The young girl Kenya was growing up in Kenya, Africa. Her parents worked as doctors in a hospital there. In a tragic accident and suddenly Kenya loses her parents. Now Kenya stands with only 20-years suddenly alone and without money in the middle of Africa. Friends of the parents care so that Kenya can go to distant relatives of her mother. When an uncle of her mother in England, the wealthy Earl of Carrington, Kenya is now working as a governess. She falls in love. Are there chances for the love ? Or Kenya remains the poor governess?"


Parlez vous français? 
Yes. I do.

Ich lasse mich jetzt als Übersetzerin für Englisch und Französich registrieren. Morgen suche ich in Google - Übersetzungen nach ein paar chinesischen Worten. Immerhin soll Mandarin die Sprache der Zukunft sein.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Mittwoch, 7. November 2012

Übersetzer

In der global vernetzten Welt begegnet man ihnen häufiger im direkten Kontakt: fremde Sprachen. Wenn Ihnen Fremdsprachen nicht so geläufig sind, gibt es im Internet mittlerweile die kleinen Helfer: automatisierte Übersetzungen. Die sind mitunter gewöhnungsbedürftig, da natürlich gängige Redewendungen und moderner Sprachgebrauch nicht unbedingt erfasst werden. 
Vor ein paar Tagen hat mein Mann abends eine SMS bekommen:



Er sagt, er kann kein Türkisch. 
Ich habe ihm geglaubt. Und dann hat er mir die Übersetzung gezeigt:


Ich habe sehr gelacht. "Risse me up, oh mein Hakan!" Ein cooler Anmachspruch. Den merk ich mir ...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

P.S.: Wenn Sie es in korrektes Deutsch übersetzen können, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion. Oder Sie nutzen einen anderen Übersetzungsdienst als Google und zeigen mir, was die zu bieten haben. 

Montag, 5. November 2012

Einen Abend feiern

und drei Tage müde sein. 

So gehts einem, wenn man alt wird. Gestern Abend bin ich vor dem Fernseher eingeschlafen. Als mein Mann ins Bett wollte, hat er sich schon überlegt, ob er mich wecken muss, damit ich schlafen gehen kann...
Und heute morgen fühle ich mich, als ob ich zwei Tage und Nächte durchgemacht habe. Dabei war es weder extrem spät, noch extrem alkoholisch. Wenn ich mir vorstelle, dass ich früher noch dazu geraucht habe ... Ich wäre gestern sicher mit einem dicken Schädel aufgewacht. 
Aber so kann man sich in rauchfreier Atmosphäre bewegen - extrem angenehm, wie ich finde. Und das den Rauchern frische Luft gut tut, ist unbestritten. Erstens rauchen sie nicht so viel, wie sie es täten, wenn sie nicht in die Kälte müssten und zweitens ist das einatmen von frischer Luft auch ganz gut. Besonders, wenn man gleichzeitig die Luftwege "teert".
Früher sagte man ja: "Auch der Weg zur Lunge muss geteert sein!" Heute hat man den Eindruck, dass es immer weniger von denen werden, die mit Zigarette durch die Gegend rennen. 
Dafür verteilen diese Wenigen ihre Kippen überall. Vorzugsweise auch an Orten, an denen man sie bestimmt nicht haben will. Beispielsweise auf dem Spielplatz. 
Wenn ich das hier vor Ort erlebe, wundere ich mich immer. Da sitzen junge Frauen auf schmalen Bänken. Hochglanzlackierte Fingernägel, Hosen mit der Kneifzange angezogen, Schuhe mit Absätzen, bei denen Heidi Klum blass wird, und die Frisur natürlich topgestylt. Vier Stunden beim Friseur muss das Minimum gewesen sein. Und dann halten diese Mädels mit ihren ultralangen Fingernägeln Zigaretten zwischen den Fingern, die sie neben sich und den spielenden Kleinkindern im Sand ausdrücken und liegen lassen.

Und ich frage mich: Sehen die nur so doof aus, oder ist deren IQ tatsächlich in Höhe der Gefriertemperatur angesiedelt?

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Sonntag, 4. November 2012

Das kleine Schwarze

habe ich gestern ausgeführt. 

Diese Sorte Kleid hat frau ja immer im Schrank. Dann und wann muss ein Neues her, weil die eigene aktuelle Größe und das "Kleine" nicht mehr so recht zusammenpassen wollen...

Auf der Party gestern hatten fast alle Schwarz an. Fast wie auf einer Beerdigung. Die wenigen Farbtupfer stachen richtig vor. Und natürlich wird auf einer Beerdigung im Normalfall nicht getanzt und nicht so viel gelacht. 
Wobei das mit dem Lachen und dem sich-amüsieren-wollen auch nicht jedermanns Sache zu sein scheint. Insofern waren da schon Gestalten unterwegs, die tatsächlich Gesichtsmimisch eher einer Beerdigung zuzuordnen waren. Tja. Jeder wie er meint. Innerlich könnte ich mich schon immer amüsieren, wenn Leute dieses Fest besuchen und dann aber über das "Dorffest" ablästern. Ich kann an einem Fest im Dorf nichts schlechtes finden. Und wer da meint, in Berlin würde anders gefeiert - ja, ja. Dort wo man zusammen feiert, weil man sich kennt, dort wird es immer provinziell anmuten. Und dort, wo man einen "Event" besucht und großstädtisches Flair bekommt, amüsiert man sich häufig nicht so wirklich gut. Weil man nur i.d.R. nur den Besucherteil kennt, den man selber mitgebracht hat. Und wenn der schlecht drauf ist ...
Da ist mir so ein Dorffest allemal lieber. Man kennt viele der Besucher und wenn am eigenen Tisch schlechte Laune verbreitet wird, rutscht man einfach zum Nachbartisch und amüsiert sich dort. 
Und da mein Mann solche Events überhaupt nicht leiden mag, kann ich allein auf so ein Fest gehen, ohne mir komisch dabei vorzukommen. Na ja. Ich bin eben auf dem Dorf aufgewachsen. Diese Sozialisation wird man nicht los, selbst wenn es einen in Hauptstadtnähe verschlagen hat und auch nicht, wenn die Dorfgröße variiert. Im Übrigen ist die Bezeichnung "Dorf" irreführend. Was heißt das schon. Aus der Einwohnerzahl meines jetzigen Dorfes macht man in Hessen Kleinstädte ...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Freitag, 2. November 2012

Rechte und linke Füße

Erinnern Sie sich noch an diesen Post: Kontrolle ?

Haben Sie darüber gelacht? Ich muss auch jetzt schon wieder lächeln, wenn ich an diese Situation denke. Dieses warme Gefühl, dass einem den Bauch füllt, wenn man einen herzhaften Lachanfall hat.

Am Dienstag habe ich gesportelt. Wenn Sie meinen Blog länger verfolgen, dann wissen Sie, dass ich nicht die sportlichste Frau unter der Sonne bin und häufig mit Sportgeräten hadere. Am Dienstag hatten wir keine Sportgeräte. Wir saßen auf den Matten und arbeiteten im Sitzen.
Wenn man so im Kreis sitzt, wie wir das beim Sport öfter tun, dann kriegt man natürlich mit, wenn die Socken der gegenübersitzenden Frau die besten Zeiten schon hinter sich haben. Kleine Löcher, große Löcher,  vom Hallenboden grau-schwarz verfärbte Socken - haben wir alles schon gehabt. Und natürlich fallen darüber auch mehr oder weniger lästerliche Bemerkungen. 
Es gibt Socken, die haben Kennzeichnungen. R steht auf der rechten Socke eingestickt, L steht auf der linken Socke. Eine Sportfreundin erzählte, dass ihr Mann öfter R+R Socken anziehen muss - oder eben L+L Socken. Weil sie so in die Wäsche und auf die Leine geraten sind. Wir haben uns in dem Zusammenhang über die Sinnhaftigkeit von R + L Socken unterhalten. 
Auch ich habe an diesem Abend solche Socken getragen. Von oben sahen die Socken passend aus. Als ich bei der nächsten Übung auf die Sockensohle sah, bemerkte ich allerdings rechts die Größenangabe 38 - 40, während auf der linken Socke die Größenangabe 39 - 41 stand. Ich kommentierte diesen Umstand laut.
Was meine Trainerin zur Aussage verleitete: Wir sehen, sie kann lesen und schreiben, nur mit dem Rechnen klappts noch nicht so ....

Ich liebe Sport.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Donnerstag, 1. November 2012

Halloween III - Nachlese

Ich habe mich getraut. Ich habe die Fledermaus aufgehängt. Und beleuchtet. Nächstes Jahr werde ich ihr Outfit noch etwas "verfeinern". Die Lichterkette werde ich dann anhand der Konturen und der Handrippen entlanglaufen lassen, dann kann man sie im Dunkeln besser erkennen.



Die Nacht der gruseligen Geschöpfe.

Es waren wieder viele Kinder unterwegs, allerdings hatte ich den Eindruck, dass es weniger als im letzten Jahr waren. Unsere Schüsseln sind nicht leer geworden. Gut, das mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass nicht alle Kinder in die gruselige Kiste greifen wollten, in der die Süßigkeiten versteckt waren ... Die Kiste war mit Spinnweben überzogen und die Eingriffsrohre, durch die man hindurchgreifen mussten, hatte ich mit zarten Stoffgespinnsten, Staubwedeln und Spinnweben versehen. Da musste die eine oder andere kleine Hexe doch beim durchgreifen hysterisch quietschen. Die Nachbarin hatte noch kleine tiefgefrorene Wasserbomben dazugegeben - wenn die einem so halb angeschmolzen und wabbelig in die Finger fielen, dann konnte man sich schon etwas erschrecken. 
Der Nachbar sah unheimlich aus - er hatte ein "Quasimodo"-Kissen auf einer Schulter untergebracht und seiner freundlich gemeinten Aufforderung an die Kinder, sich doch zu uns zu trauen, hätte ich als Kind bei diesen gruseligen Erwachsenen die da rumstanden, auch nicht unbedingt getraut. 
Wir haben etwas öffentlichen Raum vor unseren Türen für unseren kleinen gruseligen Event missbraucht. Mit Spinnweben überzogene Kreuze, Grablichter und die Nebelmaschine. Die aber leider ihren Dienst versagte. Dafür machte am Anfang die Feuerstelle den Rauch... Der Hit war übrigens ein Kleiderständer, den die Nachbarn mitgebracht hatten. Mit schwarzem Stoff und Spinnweben bezogen, mit zwei orangen Lampions versehen, wurde der Kleiderständer zur Fotowand. Unsere hexen- und zauberhaften kleinen Besucher wurden von den erwachsenen Begleitern schön vor dieser Wand plaziert und fotografiert.
Der Abend war lustig. Feucht-fröhlich. Wir haben ziemlich viele Bratwürste, etwa 8 l Chili mit 1,5 l weißer Soße gegessen und jede Menge weißen Glühwein und rote Feuerzangenbowle zu uns genommen. Aber mein Kopf heute morgen ist nicht ein bisschen angeschlagen - was sehr für die Qualität des Alkohols spricht.
Fürs nächste Jahr haben wir schon neue Grusel-Pläne. Ick froi mia druff!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia