Montag, 31. Oktober 2011

Gib uns Süßes, sonst gibts Saures!

In Brandenburg wird heute der Reformationstag gefeiert.

An meinem Wohnort wird heute vor allem Halloween gefeiert. Die Kinder lieben es: endlich Süßigkeiten bis zum abwinken. Zahnpasta haben sie dabei, falls es unwillige Zeitgenossen gibt, die sich diesem (fremden) Brauch nicht beugen wollen.
Ich mag Halloween auch und habe schon vor Tagen meinen Süßigkeiten Vorrat aufgefüllt. Kleine abgepackte Dinge, die man schnell in die Tüten und Taschen der gruseligen Geister fallen lassen kann, die einen heimsuchen werden.
Wie jedes Jahr bin ich "hexisch" unterwegs und mein Mann muss die Verpflegung unserer Besucher übernehmen.



Mein Hut liegt schon bereit. Die anderen Klamotten passen hoffentlich noch und wenn wir Glück haben, dann bleibt das Wetter so angenehm wie die letzten zwei Tage. Erstaunlich warm und vor allem trocken.

Schönen Reformationstag, und das gruseln nicht vergessen!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Sonntag, 30. Oktober 2011

Diktat

Ich möchte heute nicht viel erzählen. Ich habe "Schreibfieber", das ist das drängende Gefühl, jetzt unbedingt schreiben zu müssen. Allerdings nur bezogen auf mein zweites Buch und ein anderes Projekt.

Aber ich wollte Ihnen einen interessanten Schreib-Spass verlinken:

Diktat

Viel Spass dabei und verlieren Sie nicht den Mut, wenn Sie Fehler machen....

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Freitag, 28. Oktober 2011

Inspirationen

Woher kommen eigentlich die Themen, die ich hier aufgreife?

Das wurde ich unlängst gefragt. Ich gebe zu, dass ich im ersten Moment von dieser Frage überrascht war. Wenn man den Blog liest, weiß man doch woher die meisten meiner Themen kommen, oder? Aus meinem Alltag.

Heute Morgen habe ich mit mir gerungen. Was schreibe ich? Schreibe ich über Anetta Kahane, die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung, über deren Kolumne in der Berliner Zeitung ich mich fast jedesmal aufregen könnte? Oder schreibe ich über eine interessante hessische Diktat-Initiative, die mich gestern Abend noch am Rechner fesselte? Schreibe ich heute über die Euro-Rettung (gähn) oder was soll ich zu meinem Thema machen?

Natürlich. Meinen Alltag. Was sonst.

Ich war gestern mit Kind beim Augenarzt. Wenn es eine Rangliste für Wartezeiten gäbe, dann ist die Wartezeit beim Augenarzt sicherlich ganz oben.
Es gibt Unterschiede in der Wahrnehmung von Wartezeiten: mit Kind sind Wartezeiten beim Arzt immer doppelt so lange. Für die Kinder selbst kann man diese gefühlte Wartezeiten-Verdopplung nochmal mit zwei multiplizieren....

Das Wartezimmer war knallvoll. Mein Sohn musste auf meinem Schoß sitzen, weil kein Platz mehr frei war. Neben uns saß eine alte Frau, eine Türkin, die ständig den zappelnden Füßen meines Kindes ausweichen musste. Wir kamen ins Gespräch. Das heißt, mein Sohn kam ins Gespräch. Die Frau fragte, ob er schon in die Schule geht. Und mein Kind erzählte.
In Ermangelung von Zeitungen, anderer interessanter Menschen und Gesprächsthemen hatten wir bald ein dankbares Publikum unter den Wartenden. Mein Sohn erzählte. Laut und deutlich. In welche Schule er geht. Wer seine Schulkameraden sind. Mit wem er spielt, und mit wem nicht. Was er an Hausaufgaben hat. Wie er sie macht, und wann.

Die Zeit schritt voran und ich hoffte noch, dass es bald ein Ende haben würde. Die Wartezeit, und der Redefluss meines Kindes.
Die türkische Frau unterhielt sich weiter mit meinem Sohn und plötzlich waren die Themen von der Schule in die private Ebene gerutscht. Mein Kind plauderte die Familien-Interna aus: Wie der Opa und die Oma heißen. Wo sie wohnen. Wie die Mama und der Papa heißen. Und dass die Mama mehr als nur einen Namen hat. Und welche das sind! Wie alt Mama und Papa sind. Die anderen Wartenden nahmen jede Information mit interessierter Anteilnahme auf.

Als mein Sohn die Information preisgab, dass Opa W. und Oma H. sich geschieden haben, und dass Opa W. dann nochmal geheiratet haben, und zwar die B.!, blieb mir nur noch resigniert die Schultern hochzuziehen und dem Publikum zuzuseufzen: "Falls sie das noch nicht wussten..."

Die Erlösung war der Aufruf ins Behandlungszimmer. Ich hatte es herbeigesehnt...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Nebel

hängt über dem Ort. Dick und feist, wie eine Blase.

Wenn ich nicht Autofahren muss, dann liebe ich Nebel. Am schönsten ist er, wenn man in einem "richtigen" Wald unterwegs ist. Dann sind die Außengeräusche gedämpft und man läuft wie auf Wolken. Mystisch schön. Oder vielleicht doch eher ängstigend?
Ein Nachbar sagte heute Morgen spontan: der Nebel des Grauens. Und sofort stiegen in mir die Bilder dieses Films hoch und ein schauriges Gefühl machte sich in meinem Nacken breit. Schnell umdrehen.
Steht er schon hinter mir, der Seemann mit dem scharfen Säbel, bereit mich zu meucheln?
Nein. Es war nur mein Kind.
Die Papiere, die sich auf dem Küchentisch stapeln, sind es die, die sich gleich mit Blut befleckt selbst entzünden und in Rauch und Wasser zergehen?
Nein. Es ist nur der drohende Einkaufszettel, der mir sagt: Kaufe Süßigkeiten. In vier Tagen ist Halloween, und dann werden sie kommen, die bösen Geister. Nicht mit dem Säbel in der Hand, aber mit drohenden Gebärden, fürchterlichen Gesichtern und riesigen Tüten. Die, mit den nach Süßigkeiten gierenden Lippen, die einem entgegenbrüllen, sobald man die Tür geöffnet hat:
Gib uns Süßes, sonst gibts Saures!
Und ich werde ihnen und mir den Gefallen tun. Ich werde alle Süßigkeiten des Hauses verschenken. Sonst landen die doch nur wieder da, wo sie nichts zu suchen haben: auf meinen Hüften!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Update

Zählt eine Haarbürste auch zu "Sportgeräten"?

Wie unkoordiniert muss man sein, um sich beim Haarefönen mit der Rundbürste ins Auge zu hauen? Und zwar so, dass es halben Tag angeschwollen ist?


Sport!

Ich habe es gestern schon angekündigt. Darüber gibt es heute einen Blog.

Über was?

Über üble Sportgeräte.

Ich war gestern beim Sport. Eigentlich wie jede Woche - wobei ich zugeben muss, dass ich kein Sportfreak bin. Ich könnte durchaus ohne Sport leben. Aber nun gut. Zugegebenermaßen tut er mir gut. Ich merke das immer daran, dass ich mich quälen muss, wenn ich eine Woche nicht da war. Irgendwie scheinen meine Muskeln und Sehnen darauf zu warten, einmal in der Woche ordentlich in Aktion zu kommen.

Gestern nun hat die Trainerin einen "Swing Stick", einen "Schwungstab" mitgebracht. Das ist ein langer Stab, in der Mitte mit einer Griffverdickung. Wenn man nun in der Mitte anfasst, kann man mit ein wenig Kraft die Enden des Stick in Schwung bringen. Die Enden des Sticks beginnen sich zu bewegen. Derartig vibrierend kann man dann verschiedene Übungen machen. Ich zitiere mal von der Seite: http://www.swingstick.de/swingstick.htm

"..... Das Training ermöglicht zudem eine Stärkung der gesamten Muskulatur, da die Schwingungen reflektorisch verarbeitet werden müssen. Dies geschieht durch ein harmonisches Zusammenspiel, das unbewusst hervorgerufen wird..."

Hm. So, so, so. Harmonie also.

Ich weiß nicht, was die Jungs und Mädels von dieser Firma unter Harmonie verstehen. Aber ich weiß, dass ich gestern Abend kein harmonisches Zusammenspiel mit diesem Stab hatte. Ganz im Gegenteil. Er weigerte sich beharrlich, meinen Koordinationsversuchen Folge zu leisten. Mehr noch: er hatte nichts anderes zu tun, als ständig ein vibrierendes Eigenleben zu entwickeln, dass völlig außer meiner Kontrolle war.

Nein. Dieses Sportgerät mag ich nicht. Gar nicht. Da sind selbst Therabänder besser, die immer so üblen Muskelkater hinterlassen. Oder Hanteln, die einem beim Stemmen mit den Armen immer sagen: ich bin nur 800 Gramm schwer. Und deine schwabbeligen Oberarme können mich nicht halten? Was ist denn nur mit deinem Trizeps (Oberarmstrecker) los? Oder hast du etwa keinen?

Nein. Gefühlt besitze ich keinen Trizeps. Optisch auch nicht mehr. Das ist das Los der Frauen: der Trizeps wandelt sich in einen schwabbeligen Hautlappen.
Und Sportgeräte sind nur dazu da, um einem vorzuführen, dass man unkoordiniert, unbeweglich und alt ist.

Ich hasse Sportgeräte!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia





Dienstag, 25. Oktober 2011

Wenn Sie Lektüre für´s Vorlesen suchen

dann habe ich eine Empfehlung: "Kein Keks für Kobolde" von Cornelia Funke.



Es ist einfach ein schönes Buch. Sehr schön geschrieben und mit netten kleinen Bildern zwischendrin. Die Geschichte ist spannend (auch für den Vorleser!) und macht Spaß beim vorlesen.
Geeignet für selbstlesende Kinder ab 7 oder 8 Jahren, wenn sie schon gut lesen können. Zum Vorlesen ab 6 Jahre gut geeignet, insbesondere in der Jahreszeit, in der es täglich dunkler wird, die Kerzen auf den Tisch kommen und die Lebkuchen duften.
Für die Mama einen schönen Tee (in harten Zeiten mit einem guten Schuss Rum), für die Kinder einen leckeren Kakao. (Und nein. Diese Getränke-Variante geht nicht anders rum!)
Wenn Sie zu den Glücklichen gehören, die einen kleinen "Schwedenofen" o.ä. haben, dann schmeißen sie ihn an. Mit einem Wasserkessel drauf, der neben Wasser auch ein paar Orangen- oder Mandarinenschalen enthält.

Auf die Couch, die Füße hoch, Kinder dazugekuschelt und dann ein Buch. Wer sagt denn, dass der Herbst (selbst der nahende November) nur eklig sein muss
Genießen Sie das Lesen mit ihren Kindern. Es lohnt sich!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Montag, 24. Oktober 2011

Unterschiede

Ich habe am Freitagabend vor dem Fernseher gehangen und habe mir die Verleihung des deutschen Comedypreises angesehen.

Dieter Nuhr hat moderiert. Er ist einer meiner Lieblings- ja was? Kaberettist? Komödiant? Kleinkünstler? Egal. Jedenfalls einer, dem ich im Normalfall gern zuhören mag. Er ist nicht ganz so scharfzüngig, wie Volker Pispers, dessen Programme ich auch sehr schätze, aber er hat so eine Tiefsinnigkeit, von der Mario Barth nur träumen kann.
Am Freitag fand ich einen Teil seiner Moderation allerdings grenzwertig. Ich weiß nicht, woran es lag. Vielleicht an dem Umstand, dass ich zwischendurch den Eindruck hatte, er imitiert Mario Barth. Dieses grenzdebile Gelächter, dass einem Zuhörer ankündigen soll, dass gleich eine Super-Pointe kommt, ist eine Barth-typische Variante. Zu Nuhr passt es nicht.

Der Unterschied zwischen Nuhr und Barth liegt für mich in den Feinheiten. Da, wo Barth grob den Humor-Hobel ansetzt, hat Nuhr die kleine Feile, die zwar etwas länger braucht, um Material wegzuarbeiten, die dafür aber in die kleineren, gemeineren Ecken kommt. Mario Barth wundert sich immer über seine Freundin. Dieter Nuhr berichtet eher abgeklärt und geduldig über Frauen. Dass ein Aufenthalt im Outlet-Centre von Frauen auch Wellness Wochenende gesehen wird, wundert Barth. Bei Nuhr ist da nur stille Resignation zu spüren, die aber in feinen, gemeinen Wortspielen verpackt ist.

Barth in kleinen Dosen finde ich amüsant. Aber es bleibt nicht viel bei mir hängen.
Wenn ich sage: "Einfach mal die Fresse halten ..." dann wissen die meisten meiner Bekannten, auf wen ich mich beziehe, und das der vordere Teil des Satzes fehlt: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten." Eines meiner Lieblingszitate von Herrn Nuhr. Ein anderes, ebenso von mir geliebtes Zitat ist: "Urlaub machen kann ich mit jeder Schlampe von der Straße. Aber Schuld sein, dass ist Liebe!"
Seitdem ich gehört habe, wie er über Straßen berichtet, auf denen die erlaubte Geschwindigkeit aufgrund von Straßenschäden runtergeregelt wird, kann ich an derartigen Schildern nicht mehr vorbeifahren, ohne an Dieter Nuhr zu denken. Er hat das sehr schön beschrieben, wie sorgfältig die Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland diesbezüglich sind. Um dann abschließend zu erwähnen "... gut, man hätte die Straße auch einfach reparieren können."

Es ist diese feine, zurückhaltende Art mit der er kleinere und größere Boshaftigkeiten von sich gibt. Gepaart mit einem breiten Allgemeinwissen - oder zumindest dem Eindruck, den er diesbezüglich erweckt, was mich diesen Kleinkünstler so schätzen lässt.
Ich hoffe sehr, dass er diese Barth´sche Attitüde der "angekündigten" Pointe wieder fallen lässt. Es gefällt mir überhaupt nicht.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia



Sonntag, 23. Oktober 2011

Laut gelacht

habe ich heute morgen.

Meine c´t (Computerzeitung) ist gestern gekommen und enthält einen Artikel über E-Books, den ich natürlich sofort gelesen habe.

Ich fühlte mich beim Lesen sofort an Bruce in "Männerherzen" erinnert, der das Internet für völlig überbewertet hält. "Wird sich nicht durchsetzen" war seine Aussage.

Und dann heute morgen beim Kaffee - ja. Ich gestehe. Ich trinke Kaffee, trotz Galle. Ich kann einfach nicht anders...
Jedenfalls hatte ich die Zeitung in der Hand und hab mich vor Lachen fast verschluckt. Es ging in dem Artikel um E-Books und die Fragestellung, wie der stationäre Buchhandel mit E-Books umgeht. Oder besser gesagt, nicht umgeht. Die Autorin des Artikels, Ulrike Heitmüller, beschreibt, wie sie im Buchhandel nach E-Books fragt, und welche Antwort sie bekam:

"Führen Sie auch E-Books?"
"Nein"
"Kommt das nochmal?"
"Nein"
"Warum nicht?"
"Wir glauben da nicht so daran."

Das ist mein Highlight des Tages.

Ich geh' dann mal an die Arbeit. Es steht die vorbereitende Formatierung an, um das Ganze ins E-pub Format zu packen. Wahrscheinlich völlig umsonst. E-Books werden sich ja ohnehin nicht durchsetzen. Jedenfalls nicht in der Altersgruppe jenseits der 95....

Bis dahin, liebe Grüße, Sia




Freitag, 21. Oktober 2011

Meine Schlagzeile gestern

Ich habe gestern mal wieder das Feuilleton der Berliner Zeitung gelesen. Obwohl ich es oft mit Verachtung strafe - meine Kulturbeflissenheit hält sich in Grenzen.
Nicht weil ich nicht gern in Theater, Kino oder auch dann und wann mal in ein Museum gehe. Nein, einfach, weil mir diese abgehobenen Kunstfritzen des Feuilleton auf die Nerven gehen.
Die schreiben Sätze, da wird mir schlecht. Ich muss dann immer überlegen, was wollte der Autor damit möglicherweise ausdrücken? Oder drückt der Schreiber verworrener Bandwurmsätze, die von fremden Fachworten nur so strotzen nicht vor allem aus: Bäh. Du bist nicht aus der Szene. Du wirst diesen Slang nie verstehen. Du? Du gehörst nicht dazu!

Meine Aufregung kommt von der Überschrift eines Textes, den ich gestern gelesen habe und der so deutlich macht, finde ich, wie diese "Feuchte-Ton-Szene" funktioniert.
Die Überschrift war: "Wie unlesbar darf ein gutes Buch sein?" (Quelle: Berliner Zeitung, 20.10.2011)
Der Text war ein anderer, als der Titel impliziert und dennoch ist es genau das, was mich so ärgert. Es ging um den britischen Booker-Preis und darum, dass es in Great Britain eine hitzige Diskussion darum gegeben hat, weil die Vorsitzende, Stella Rimington, eine Krimi-Autorin zur Bedingung gemacht hat, dass die Bücher lesbar sein müssten. Ihr und der Jury wurde daraufhin Niveauverflachung vorgeworfen.

Was für eine wunderbare Aussage. Ich würde im Leben nicht darauf kommen, dass ein Buch ein "gutes Buch" ist, wenn es nicht lesbar ist. Kennen Sie so ein Buch?
Ich habe eins. Lempriere´s Wörterbuch von Lawrence Norfolk. Es wurde hochgelobt, damals auch vom Feuilleton. Und ist nach meiner Meinung abgrundtief schlecht. Ich finde es unlesbar. Es gibt Bücher, da braucht man zwei bis drei Anläufe. Und es ist in Ordnung. Dann ist der richtige Zeitpunkt für dieses Buch da. Aber den Norfolk Schinken habe ich seit 1998. Und ich kann sagen, dass ich das Lesen bisher alle zwei Jahre wieder versucht habe. Aber es ist aussichtslos.

Ich finde, ein Buch, das unlesbar ist, hat es nicht verdient gedruckt zu werden. Und ich finde den Hype, der um manche Bücher gemacht wird, abartig. Da laufen riesige Marketing-Maschinen an,  um Bücher an den Mann zu bringen, die ohne diese Maschinerie kein Mensch lesen würde. Oder glauben Sie im Ernst, Charlotte Roche wäre mit ihrem Buch auf Platz drei der Spiegel-Bestseller-Liste ? Ich hab reingelesen. Ich glaube, den meisten Lesern würde es so gehen wie mir: kurz reinlesen und dann in der Buchhandlung liegen lassen.


Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Update

Habe eben eine Korrektur aus dem Lektorat zurückbekommen.

Grammatik ist ein Arschloch!

Frustrationen

Gestern war ich in einer nahe gelegenen Einkaufsmeile, weil ich ein Geschenk besorgen wollte.

Die Sonne schien, ich fühlte mich gut und so bin ich gut gelaunt durch die Passage geschlendert, bis zu dem Moment, an dem mich ein junger, durchaus gut gebauter und insgesamt attraktiver Mann ansprach.
Und mein freundliches Lächeln sogleich erstarb.
'Ob ich schon den neuen Stromanbieter BlaBlaBla kennen würde? Und die hervorragenden Konditionen, die er gerade im Programm hat?'

Nein. Ich kenne diesen blöden Anbieter nicht. Und nein. Es macht mir keinen Spaß, beim Einkaufsvergnügen von diesen Wegelagerern angesprochen zu werden. Nein. Gar keinen Spaß.
Die Zeiten, in denen man von attraktiven jungen Männern um seiner selbst willen angesprochen wurde, scheinen für mich vorbei zu sein.

Da lob ich mir Kinder: Mein Sohn hat Keyboard-Unterricht und momentan gar keine Lust dazu. Um ihn zu motivieren, habe ich im erklärt, dass der Mann am Klavier immer die besten und schönsten Frauen abkriegt. Woraufhin er fragte: "Der Papa spielt doch gar kein Klavier. Wieso hat er dich dann abgekriegt?"

Die Sonne scheint, das Leben ist schön!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Tagesplanung

Haben Sie eine Tagesplanung?

Ich meistens schon. Die wird natürlich immer den konkret anfallenden Dingen untergeordnet. Gestern hätte ich ab 10.00 Uhr am Schreibtisch sitzen sollen. Leider war mein Kühlschrank plötzlich leer.

Kennen Sie das? Sie haben eigentlich nicht das Gefühl, dass es Zeit würde, einkaufen zu gehen, und auf einmal, wie aus dem Nichts fällt Ihnen auf, dass der Kühlschrank leer ist. Nichts mehr drin. Gähnende Leere.

Oder jedenfalls das, was man als Frau so als "gähnende Leere" beschreiben würde. Das ist als ob frau vor dem vollen Kleiderschrank steht und feststellen muss, dass sie nichts mehr zum Anziehen hat.

Ich war mit Kind im Urlaub und Männe war allein zuhause. Da hat er den Kühlschrank nur mit dem Nötigsten versehen, vorrangig Dinge, die er gern isst. Verständlich. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber die meisten Männer scheinen ein gestörtes Verhältnis zu Gemüse zu haben. Für ihn war der Kühlschrank sicher nicht "leer". Jede Menge Wurst und Käse!

Das Gemüse, das noch vorhanden war, hatte ich vor dem Urlaub in den Kühlschrank gelegt. Leider sah es auch so aus....

Wie dem auch sei: mein persönliches Ernährungsprogramm für die nächsten Wochen sieht nach verstärktem Gemüseeinsatz aus, und mein Mann wird sich dem nicht entziehen können. Und ich freue mich darauf, heute Abend mal wieder zu kochen. Da habe ich etwas Konkretes: ich arbeite eine gute halbe Stunde an der Vorbereitung, schiebe alles in den Ofen und habe nach insgesamt 3 Stunden ein Ergebnis. Nach meiner Erfahrung ein Wohlschmeckendes (es gibt vegetarischen Kartoffel-Pilz-Auflauf).

Ich wünschte, mein Buch-Projekt wäre auch so einfach. Ich schreibe drei Jahre, schiebe das Ganze in Rohform in einen "Buch-Druck-Automaten" und heraus kommt - ja natürlich: ein Bestseller!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia



Dienstag, 18. Oktober 2011

Deutsch - gar grausige Grammatik!

Nachdem mein Mann mein Buch gelesen hatte, habe ich mit ihm telefoniert und ihn vorsichtig gefragt, wie er es denn findet.

Er sagte, er sei erstaunt, wie flüssig es sich liest. Und das es humorvoll ist. Spannung hat. Und jede Menge Fehler.

Sie können sich vorstellen, bei den ersten beschreibenden Sätzen war ich entzückt. Ein Mann, der ein Frauenbuch liest und es nicht angewidert zur Seite legt, sondern es flott weglesen kann. Das sagte er nämlich auch: er hätte zwischendurch die Lektoratsaufgabe vergessen und nur so vor sich hingelesen.
Schön!

Was will man mehr?
Natürlich: keine Fehler! Jedenfalls nicht, wenn man schon tausendundeinmal korrigiert hat....

Er hat Zeitfehler ohne Ende gefunden. Und ich habe zwar ein Gefühl für sprachliche Ausdrucksweise, Beschreibungen und den Rhythmus einer Geschichte - aber auf der grammatikalischen Ebene bin ich blind, taub und völlig blöde, scheint mir.
Mir sind manche Fehler einfach nicht bewusst.
Wie schrecklich ist das denn? Eine Schreibende und kein Bewusstsein über Präsens, Perfekt, Futur I, Futur II?  Säße ich jetzt bei Herrn Jauch, könnte ich noch nichtmal sicher benennen, welche Unterschiede die Zeitformen Präsens und Perfekt haben.

Ich möchte ja immer gern lernen. Und wissen. Und deshalb quäle ich mich mit deutscher Grammatik. Lese Wiki. Habe mir ein Grammatik-Buch auf die Wunschliste gesetzt. Und werde es bestimmt ansatzweise irgendwann begriffen haben. Jedenfalls dann, wenn ich mich täglich damit beschäftige. In Wiki handelt ein Abschnitt vom doppelten Perfekt. Ich möchte Ihnen diesen Abschnitt nicht vorenthalten:

Doppeltes Perfekt („Ich habe ihm geschrieben gehabt“), Doppeltes Plusquamperfekt („Ich hatte ihm geschrieben gehabt“ und Futur III („ich werde ihm geschrieben gehabt haben“); das Doppelte Perfekt ist im Süden des deutschen Sprachraums entstanden, um Vorzeitigkeit auszudrücken, wenn im Perfekt erzählt wird.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Grammatik

Das Ding mit dem doppelten Plusquamperfekt habe ich trotz mehrfachem Lesen nicht kapiert. Wann sollte man denn eine so verschachtelte Kombination sinnvoll einsetzen?

Meine entsetzte Frage beantwortete mein Mann wie folgt:
Wenn Du heute erzählst, dass du morgen Abend beim Essen über ein Schreiben redest, dass du bereits nachmittags geschrieben hast -
das ist eine in die Zukunft gerichtete Aussage, über die dann in der Vergangenheit liegende Tatsache.

Ich hasse Grammatik. Leidenschaftlich. Schon immer und in jeder Sprache. Und der Hass wird mit jedem Zeitfehler, den ich in meinem Buch finde, größer. Grammatik ist ein Hasskäppchen. Ein grün-lila Hasskäppchen, mit Bommeln!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia




Montag, 17. Oktober 2011

Montag, der 17. Oktober.

Es ist sonnig und kühl. Die Vögel vor meinem Arbeitszimmer machen höllischen Lärm. Vermutlich müssen sie sich warm zwitschern.

Vor mir steht eine Kanne Kräutertee. Ich gebe zu, ich musste heftig mit mir ringen. Aber Kaffee kommt mir heute nur in homöopathischen Dosen in die Tasse. Mein Galle jault mich seit ein paar Tagen an. Die Urlaubs"diät" war zu kalorienreich und insgesamt zu fettig.
Also wird ab heute wieder ein gesünderes Leben angefangen. Nicht nur wegen der Hosen, die am Bund kneifen. Auch wegen der Galle. Die Nacht war geprägt von Schmerzen und allumfassender Übelkeit, die sich leider nicht mit abendlichem Kräutertee wegtrinken ließ. Auch die Wärmflasche half nicht. Und so habe ich heute Nacht gelitten, mit stillem Zorn auf meine Ernährungssünden und meine Unvernunft, und bin heute Morgen verschwitzt und erschöpft erwacht.

Aber da ja angeblich alles im Leben seinen Sinn hat, hatte ich in dieser Nacht Zeit, über Verschiedenes nachzudenken.
Ich habe mir, wie schon gesagt, eine gesündere Lebensweise für die nächsten Wochen verordnet. Und ich bin ein gutes Stück im Plot des neuen Romans weitergekommen.
Noch nicht schriftlich, sondern gedanklich, die erste Hürde, die ich nehmen muss. Ein paar schnelle handschriftliche Notizen und wenige erste Zeilen im Computer - damit ich einige wesentliche Details nicht vergesse.
Die Entwicklung der Protagonisten, deren Leben und Charakteristika nimmt gedanklich ihren Lauf. Und ich merke, dass ich Spaß am neuen Buch habe. Ich würde mich jetzt gern in die Küche setzen, an den Küchentisch und mir den Rechner schnappen, mit dem ich dann gern arbeite. So wie die letzten Monate vor der Fertigstellung des ersten Buches. In die Ferne schauen, ein paar Sätze schreiben, über die handelnden Personen nachdenken, sie mit Attributen ausstatten und ihnen nach Möglichkeit unverwechselbare Charaktereigenschaften zuordnen. Eben all das, was den kreativen Prozess ausmacht und die Erschaffung einer Geschichte so reizvoll macht.

So geht es mir immer, wenn ich blöden Routinekram erledigen muss. Ich habe kreative Schübe - alles, wirklich alles ist besser als Routinekram.... Der wartet schon erwartungsvoll neben mir, sabbernd und hechelnd wie ein Hund, dem ein Leckerli versprochen wurde.
Die Korrekturen, die mein Mann während meiner Abwesenheit vorgenommen hat, müssen eingearbeitet werden, da kann ich gedanklich noch so sehr mit dem zweiten Buch schwanger gehen: ohne die Fleißarbeit der Korrekturen kauft kein Mensch mein erstes Buch.

Und so leide ich an diesem Montag. An meiner Galle, an dem fehlenden Kaffee und der Tatsache, dass auch kreative Köpfe sich an Regeln der Grammatik halten müssen, wenn sie verstanden werden wollen.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Sonntag, 16. Oktober 2011

Sonniger Oktober

Die Sonne knallt die letzten Tage aus dem Himmel, wie ich sie im Sommer selten gesehen habe. Leider gehen die Temperaturen kontinuierlich nach unten.
Aber wenn ich auf einem der Sonnenfleckchen unseres Wohnzimmers sitze, geschützt durch die Terrassentür, dann fühle ich mich wie im Sommer. Es ist heiß, ich schwitze und bekomme Lust auf ein kaltes Getränk oder ein Eis. Und ich überlege, ob ich nicht doch die Heizung ausschalten sollte.
Das überlege ich solange, bis mein Blick auf die noch im Schatten liegenden Dächer gegenüber fällt: weiß und frostig verfärbt, warten sie auf die Sonne.

Der Altweibersommer glänzt und die Wälder verfärben sich. So schön!

Da kann einem auch der Alltag, der nach den Herbstferien wieder eintritt, nicht die Laune vermiesen. Jedenfalls dann nicht, wenn der Übergang in die Routine noch von einem Sonntag mit Königswetter versüßt wird!

Ich werde den Tag heute genießen und mich mit den Fehlern im Manuskript, die mein letzter kritischer Lektor (mein Mann!) noch gefunden hat, erst morgen auseinandersetzen. Obwohl es mir sehr schwerfällt.

Was es sonst noch Neues gibt, erzähle ich morgen. Wenn ich neben all den auszuführenden Korrekturen noch Zeit haben sollte...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

Dienstag, 4. Oktober 2011

Kennen Sie das?

Dass Sie aus unerfindlichen Gründen mies drauf sind?

Ich bin es heute.
Nicht schlecht gelaunt. Aber von Zweifeln gepeinigt.

....

Und jetzt hatte ich hier schon eine Menge Text stehen, in dem ich von meinem bisherigen Tag erzählt habe - und wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Ich hab ihn nämlich gelöscht. Mangels Qualität. Genügt heute nicht meinem Anspruch.

So ist das heute mit mir. Ich zweifle an allem:

Am Wetter. Obwohl die Sonne scheint, und es draußen warm ist, traue ich mich nicht ohne Jacke raus. Die ich dann blöd und sinnlos schwitzend mit mir rumschleppe.
An der Ruhe, die mein Kind ausstrahlt. Ist er nicht vielleicht doch krank, oder auf dem Weg zu einer Krankheit?
An meinem Buch. Gestern Nacht habe ich bis um ein Uhr korrigiert, geändert und formatiert. Meinem Mann eine Epub-Version geschickt, zum Testen. Erfahren, das Formatierungsregeln nicht übernommen wurden und er hat Fehler entdeckt.

Ich hasse es.

Jede beschissene Rechtschreibprüfung markiert irgendetwas anderes im Text an. Der (online) Duden reagiert manchmal gar nicht (ich heiß Duden, Kommas sind mir egal!), und auch beim dreihundertsten Mal des Lesens entgehen mir Fehler.

Ich mag nicht mehr. Gar nicht mehr.

Wer kam eigentlich auf den blöden Gedanken, das Buch allein veröffentlichen zu wollen? Ich weiß es. Aber ich sag´s nicht.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

P.S. .... und wenn Sie hier Fehler finden: Ich darf das. Das ist mein Blog. Hier schreibe ich so, wie ich will!